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Vom 22.3 bis 24.9.2017 zeigt die Casa di Goethe Arbeiten der deutschen Fotografin Kerstin Schomburg.

Im Sommer 2015 unternahm sie als Stipendiatin der Casa di Goethe eine fotografische Recherche auf den Spuren des Landschaftsmalers und Goethe-Freundes Jakob Philipp Hackert (1737-1807), der Jahrzehnte in Italien lebte und arbeitete.

Während ihres Romaufenthaltes begibt sich Schomburg immer wieder auf Reisen, um die Orte und Blickpunkte zu entdecken, die die Basis für Hackerts Veduten bildeten. Sie erkundet ihren heutigen Zustand und erfasst ihn fotografisch: In Rom ist es zum Beispiel der Blick auf St. Peter von der Milvischen Brücke oder von den Caracalla-Thermen, in der Umgebung der Stadt die vielfach von Hackert dargestellten Wasserfälle von Tivoli, die Via Appia oder die Villa Conti in Frascati. Der Landschaftsmaler führt die Fotografin aber auch nach Nord- und Süditalien, an Orte wie Pisa, Livorno oder an den Golf von Pozzuoli.

Der schon zu seiner Zeit international gefragte Jakob Philipp Hackert prägte mit seinen Veduten, Hafen- und Jagdszenen, Küsten- und Flusslandschaften des Bild der mediterranen Landschaft bis ins 19. Jahrhundert. Die Arbeiten des in Prenzlau geborenen Malers galten als realistisch, und Hackert selbst wies in seinen Bildunterschriften oft darauf hin, dass es sich bei seinen Ansichten um getreue Darstellungen der Natur handle. Dennoch spielte sein ästhetisches Empfinden eine wichtige Rolle, z.B. oft mit besonders schönen Eichen oder Kastanien im Vordergrund seiner Gemälde. Der Künstlerblick, so die Schlussfolgerung, gestaltet unsere Wirklichkeit. Trotz der vermeintlichen Objektivität des Mediums Fotografie ist dies ist auch in den Arbeiten Kerstin Schomburgs zu spüren. Tatsächlich geht es der Künstlerin in ihrem Projekt weder um eine sachliche Bestandsaufnahme der Landschaften noch um ein werktreues Nachfotografieren der Bilder Hackerts. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Versuch einer heutigen Interpretation dieser Orte. „Ich bin eher daran interessiert, was in der Zwischenzeit passiert ist – nicht nur architektonisch, sondern auch gesellschaftlich“. Auf ihren Fotos sind häufig Menschen in heutigen Alltagssituationen: auf dem Fahrrad, am Handy, beim Sport im Freien.

Schomburg zeigt eine moderne Version von Hackerts „subjektiver Realität“, neuinterpretiert durch Augen und Kamera der Künstlerin.

Neben den Fotografien werden auch einige Originalwerke Hackerts (u.a. Leihgaben aus Weimar, Düsseldorf und Rom) sowie Kerstin Schomburgs persönliche Notizen und Aufzeichnungen wie in einer Werkstatt präsentiert, die ihre Spurensuche dokumentieren und den künstlerischen Prozess nachvollziehen.

Kerstin Schomburg, geboren und aufgewachsen im Weserbergland, lebt und arbeitet in Hamburg. Seit ihrem Studium verbringt sie regelmäßige Arbeitsaufenthalte in Italien, zuletzt als Stipendiatin des Karin-und Uwe-Hellweg Stipendiums der Casa di Goethe. Die Karin und Uwe Hollweg Stiftung/Bremen fördert mit diesem Stipendienprogramm seit 2012 Projekte, die dem deutsch-italienischen Kulturaustausch gewidmet sind.