Via del Corso 18
(Piazza del Popolo)
00186 Rom / Italien

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Casa di Goethe
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Rom | Casa di Goethe | 8.6 – 11.9.2016

In Zusammenarbeit mit: Italienisches Kulturinstitut | Italienische Botschaft Berlin

Vor 200 Jahren erschien der erste Band von Goethes Italienischer Reise. Aus diesem Anlass hat die Casa di Goethe drei in Rom lebende Künstlerinnen dazu eingeladen, sich mit der berühmten “Italienreise” auseinanderzusetzen. Die dabei entstandenen Werke wurden von März bis Mai 2016 in der Italienischen Botschaft in Berlin präsentiert. In der Casa di Goethe Rom wird die von Maria Gazzetti kuratierte Schau in leicht veränderter Version gezeigt.

Italien und insbesondere die Natur ihrer Wahlheimat haben einen entscheidenden Einfluss auf die künstlerische Arbeit von Michaela Maria Langenstein (*1952 in München). Ihre Sammlungen von Blättern und anderen Dingen, die sie auf der Straße und in der Natur findet, haben einen besonderen Charme. Sammeln ist für sie künstlerischer Ausdruck. Sie hat an den unterschiedlichsten Orten, u.a. dem botanischen Garten mit der Goethe-Palme in Padua zahlreiche fotografische „Pflanzen-Porträts" und Pflanzen-Fotogramme realisiert. Ihre durch Goethes Theorie der Urpflanze und seine morphologischen Ansätze inspirierten Schwarz-Weiß-Fotos zeigen Pflanzen- und Blattstrukturen. Auf seiner Reise durch Italien hoffte Goethe, die Urpflanze zu entdecken. Als er sie nicht finden konnte, beschäftigte er sich „ersatzweise“ mit dem Studium von Blattstrukturen, da er annahm, dort genau das ausmachen zu können, was er in der Urpflanze gesucht hatte. In ihrer jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit Pflanzen hat sich Michaela Maria Langenstein ganz besonders mit diesem Themenbereich beschäftigt.

Die 1931 in Genua geborene Künstlerin Elisa Montessori hat schon immer mit verschiedenen Techniken gearbeitet und viel experimentiert. Sie hat sich viel von Literatur, Autoren wie Francis Ponge, Rainer Maria Rilke, Dylan Thomas, Paul Verlaine, Derek Walcott und Robert Walser inspirieren lassen. In den letzten Jahren hat sie sich intensiv mit Goethe und insbesondere seinen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt, fasziniert von der Vielseitigkeit dieses Autors. In Goethes Vorstellung der Urpflanze erkennt sie das Bedürfnis wieder, die Dinge auf ein Ursprüngliches Ganzes zurückzuführen, ein Gedanke, der für Montessori das Ziel jeder Kunstform ist. Die Ausstellung zeigt neben Ölbildern und Zeichnungen auch Beispiele ihrer zahlreichen „Kunst-Bücher“, in denen sich unzählige Zeichnungen der Italienischen Reise anzunähern versuchen und Goethes botanischen Studien und Ansätzen gewidmet sind. Bücher als morphologische Variationen, die durch den Prozess der Lektüre und des Durchblätterns die Metamorphosen des Verstehens und Wachsens, also der Zeit, abbilden.

Die ebenfalls aus Genua stammende Künstlerin Claudia Peill (*1963) beschäftigt sich vorwiegend mit Fotographie, die sie, früher häufig unter der Verwendung von Kunstharzen, mit Malerei verfremdet. Für die Ausstellung hat sie, u.a. eigens von der „Italienreise“ inspiriert, großformatige „Kabinettwände“ hergestellt , die die Idee der Bewegung suggerieren sollen. Dabei ist sie Goethes Reise zu sich selbst nachgegangen und interpretiert sie nicht als Weg zu einem konkreten Ziel, sondern als komplexen künstlerischen und menschlichen Werdegang.

Zur Ausstellung erscheint eine kleine Begleitpublikation mit einem Text von Giuseppe Garrera.