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Jahresbericht 2012

Die Casa di Goethe im Jahr 2012

Die Casa di Goethe, Deutschlands einziges deutsches Museum im Ausland, wurde 1997 in Goethes ehemaliger römischer Wohnung am Corso eröffnet. Träger ist der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI in Bonn, ein Zusammenschluss von derzeit 36 rechtlich selbständigen bedeutenden Kultureinrichtungen in der Bundesrepublik. Finanziert wird das Haus vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Mit Unterstützung des Deutschen Bundestages hatte der AsKI 2009 zusätzliche Räume im 2. Stock erwerben können, genau die, in denen von 1973 bis 1982 ein vom Freien Deutschen Hochstift getragenes erstes Goethe-Museum Rom untergebracht war. Im Vordergrund der Arbeit der Casa di Goethe standen im Jahr 2012 der Abschluss der Umbau- und Einrichtungsarbeiten dieser neuen Räumlichkeiten, die Neuorganisation der Museumsetage im ersten Stock (Lager, Kunstdepot, Bibliothek, Verwaltungsräume) und die Eröffnung und Inbetriebnahme der neuen Räume (Übernahme der Deutschen Künstlerbibliothek und des Nachlasses des Deutschen Künstlervereins, Umzug der Bibliothek in den zweiten Stock). Diese Maßnahmen haben Arbeitskraft und finanzielle Mittel gebunden. Das Veranstaltungsprogramm mußte reduziert, das Museum während der Renovierungsarbeiten zeitweise geschlossen werden. Die Casa di Goethe konnte 2012 dennoch ein qualitätvolles Veranstaltungsprogramm durchführen und sich angesichts ihrer Erweiterung über ein lebhaftes Medieninteresse in Italien und Deutschland freuen.

 

Mehr Platz für Goethe in Rom!

Fünfzehn Jahre nach ihrer Eröffnung konnte die Casa di Goethe am 20. September 2012 eine hiostorische Erweiterung feiern: In Anwesenheit des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann und des italienischen Kulturministers Lorenzo Ornaghi wurden am Morgen die neuen Räume des römischen Goethe-Hauses feierlich eingeweiht und am Abend eine ganz besondere Ausstellung mit noch nie gezeigten italienischen Goethe-Zeichnungen aus den Beständen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet.

 

Die Erweiterung um rund die Hälfte der bisherigen Museumsfläche eröffnet der Casa di Goethe neue Perspektiven: Die Trennung von Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich erleichtert sowohl den Museumsbetrieb wie die Durchführung von Veranstaltungen. Die Seminar- und Bibliotheksräume und der neue Veranstaltungssaal in der zweiten Etage bieten bei verbesserter technischer Grundausstattung auch bei laufendem Museumsbetrieb die Möglichkeit, Seminare, Workshops und museumspädagogische Programme durchzuführen. In den neuen Räumen hat die historische Bibliothek der deutschen Künstler in Rom ein definitives Zuhause gefunden. Und schließlich kann die Casa di Goethe ihr Stipendium-Programm unter verbesserten Bedingungen wiederaufnehmen, weil nun ein eigenes Apartment zur Verfügung steht.

 

Die zahlreichen Gäste aus Italien und Deutschland konnten sich von dem überzeugenden Ergebnis der Umbauarbeiten einen Eindruck verschaffen. Zum Abschluss des Festaktes überreichte der Architekt Alessandro Casadei, dessen hervorragende Arbeit alle Redner hervorgehoben hatten, den Hausherren - dem Vorsitzenden des AsKI, Volkmar Hansen, und der Leiterin der Casa di Goethe, Ursula Bongaerts - symbolisch einen Schlüssel. Anschließend verteilten sich die Gäste in beiden Etagen des Hauses Via del Corso 18, besichtigten die neuen Räume und vorab die Ausstellung mit originalen, bislang noch nie gezeigten Zeichnungen Goethes aus Italien.

 

Diese Ausstellung wurde am Abend bei großem Andrang des römischen Publikums zusammen mit den Kollegen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet. Nicht nur am 20. September feierten die vielen Gäste aus Italien und Deutschland die historische Erweiterung der Casa di Goethe. Auch an den beiden folgenden Wochenenden konnten wir uns über großen Besucherandrang freuen: In der ersten Etage bewunderten die vielen vor allem italienischen Besucher die Goethe-Zeichnungen, die zweite Etage kam mit Lesungen und Hausmusik erstmals zum Einsatz – und funktionierte bestens. Und der AsKI konnte schließlich am Tag nach der Eröffnung seine Vorstandssitzung erstmals in den neuen Räumen des von ihm getragenen Hauses durchführen.

 

Ausstellungen und begleitende Veranstaltungen

Die erste Ausstellung im Jahr 2012 zeigte unter dem Titel „Ein Bild wie ein Gedicht“ Illustrationen von vier Künstlern – Max Liebermann, Ernst Barlach, Hans Meid und Karl Walser – zu Goethe-Gedichten. Alle Exponate stammen aus der Sammlung der Casa di Goethe. Die Ausstellung wurde in ähnlicher Form bereits im Jahr 2000 gezeigt; der bereits vorliegende Katalog konnte erneut benutzt werden. Zur Eröffnung rezitierten die Schauspieler Massimiliano Vado und Alex Pascoli Goethe-Gedichte.

 

Anlässlich der Erweiterung der Casa di Goethe wurde am 20. September eine hochkarätige Ausstellung mit bisher noch nie gezeigten Originalzeichnungen Goethes von seiner Italienreise eröffnet. Die wertvollen Blätter aus dem Besitz der Klassik Stiftung Weimar – italienische Landschaften, klassizistische Figuren- und Porträtstudien sowie Architekturzeichnungen – waren zuvor mit Sondermitteln des BKM restauriert worden. Sie vermitteln ein neues Bild von Goethe als Zeichner in Italien, wurden in der Vergangenheit doch meist immer die gleichen Motive ausgestellt und publiziert. Kuratiert.wurde die Ausstellung “den ganzen Tag gezeichnet. Die italienischen Zeichnungen Goethes” von Hermann Mildenberger, Leiter der Graphischen Sammlung der Klassik Stiftung Weimar, und seiner Kollegin Margarete Oppel. Zur Eröffnung waren aus Weimar außerdem auch Hellmut Seemann (Präsident) und Wolfgang Holler (Generaldirektor der Museen) angereist.

Um die Blätter anschließend auch in der Dauerausstellung zeigen und die Ausstellung auch an anderen Orten Italiens präsentieren zu können, wurden hochwertige Faksimiles hergestellt. Zur Ausstellung hat die Casa di Goethe einen zweisprachigen Katalog herausgegeben, der in einem einleitenden Teil auch auf die historische Erweiterung der Casa di Goethe eingeht.

 

Lesungen, Vorträge, Seminare

2012 konnte in Kooperation mit zahlreichen italienischen und deutschen Partnern nur ein im Vergleich zu den Vorjahren aufgrund der Bauarbeiten reduziertes Veranstaltungsprogramm in der Casa di Goethe (28 Veranstaltungen) und an anderen Orten Italiens (4 Veranstaltungen) durchgeführt werden (s. anliegende Liste). Die neuen Räume haben sich für ist die Durchführung von Veranstaltungen bestens bewährt.

 

Stipendium

Das Casa di Goethe-Stipendium kann durch die räumliche Erweiterung wieder aufgenommen werden, da nun ein eigenes Apartment für die Unterbringung von Autoren, Publizisten, Übersetzern und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden kann. Als Förderer wurde die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung aus Bremen gewonnen. Eine Satzung für das Stipendium wurde vom AsKI-Vorstand verabschiedet, die erste Ausschreibung erfolgte im September 2012. In die Jury berufen wurden der Soziologe Angelo Bolaffi, emeritierter Professor der Universität La Sapienza in Rom und langjähriger Direktor des Italienischen Kulturinstituts in Berlin, und Dieter Richter, emeritierter Professor für Literaturgeschichte in Bremen und Autor zahlreicher Bücher zur europäischen und besonders italieinschen Kulturgeschichte. Außerdem gehört Susanne Popp als stellvertretende Vorsitzende des AsKI der Jury an. Die erste Jury-Sitzung soll Anfang 2013 stattfinden.

 

Sammlung und Bibliothek

Obwohl der Erwerbungsetat 2012 überwiegend für die Einrichtung der neuen Etage genutzt werden mußte, konnten Sammlung und Bibliothek um bedeutende Exponate erweitert werden.

 

Ein besonderer Glücksfall war es, dass die Casa di Goethe den kulturhistorisch bedeutsamen Altbestand der 1821 gegründeten deutschen (Künstler)bibliotheken übernehmen konnte, der nun Glanzstück der neuen Räume im zweiten Stock ist. Diese historische Bibliothek ist aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte nicht mehr vollständig erhalten, aber gleichwohl als Spiegel der Leseinteressen speziell der Deutschrömer im 19. Jahrhundert ein Zeitdokument ersten Ranges. Die Bestände wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf verschiedene deutsche Institute in Rom verteilt, Anfang der 1980er Jahre aber wieder zusammengeführt und seither – bis auf einen kleinen in der Villa Massimo befindlichen Restbestand - im Deutschen Archäologischen Institut aufbewahrt. In der Casa di Goethe soll die besitzerlose Bibliothek nun im Einverständnis mit allen Direktoren der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Rom und der Deutschen Botschaft sowie mit Billigung des Auswärtigen Amtes und des BKM ihr definitives Domizil finden, erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wissenschaftlich erschlossen werden.

 

Die Bibliotheca Hertziana / Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte hat diese Übergabe zum Anlass genommen, den Nachlass des 1845 in Rom gegründeten Deutschen Künstlervereins, der sich bisher in der Obhut ihres Hauses befand, ebenfalls an das römische Goethe-Museum zu geben und damit das graphische und archivalische Material gleicher Provenienz mit der Bibliothek zusammenzuführen. Die Archivalien - Korrespondenz, Rechnungen, Belege, Verträge, Mitgliedsverzeichnisse, Besucherbücher, die Ausleihregister der Bibliothek und andere Dokumente - erlauben einen einzigartigen Einblick in das Vereinsleben der deutschen Künstler in Rom. Herzstück des insgesamt fast dreihundert Blätter umfassenden graphischen Nachlasses ist ein Album mit gut 140 Porträtzeichnungen von Künstlern, die überwiegend in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Ewigen Stadt gelebt haben. Neben bekannten Namen wie Johann Christian Reinhart, Joseph Anton Koch und Peter Cornelius finden sich hier auch viele unbekannte Maler und Zeichner. Mit diesem bedeutsamen Zuwachs der Sammlung hat die Casa di Goethe ein zweites Standbein – die Sammlung erinnert an Goethes epochemachenden Italienaufenthalt, und sie erinnert an die ungezählten deutschen Künstler in Rom seit Goethes Zeiten, denen in diesem Museum ohnehin von Anfang an ein Forum geboten wurde.

 

Private Schenkungen kamen hinzu: Blätter zur Antikenrezeption aus der Sammlung von Wolfgang von Wangenheim sowie römische Videoarbeiten von Christoph Brech als Schenkung von Michael und Ricarda Matheus. Außerdem konnte eine zeitgenössische Kopie des Goethe-Portraits von Angelika Kauffmann aus Privatbesitz angekauft werden.

 

Das kleine Team der Casa di Goethe hat die mit der Umstrukturierung und dem Umbau verbundenen Aufgaben zusätzlich zum normalen Arbeitspensum mit Bravour gemeistert. Mein gasnz herzlicher Dank geht an Isolde Hendel, Dorothee Hock, Domenico Matilli und Suzanne Mille sowie an die Praktikanten, die uns 2012 unterstützt haben: Alexander Kusnezow, Pia-Doreen Pinkawa, Emilia Oebel, Jill Giljan, Sabrina Schmohl, Anina Pommerenke, Romina Ebenhöch
und Ornella Mignemi.

 

 

Rom, im Mai 2013

Ursula Bongaerts, Leiterin der Casa di Goethe

Die Casa di Goethe im Jahr 2012

 

Die Casa di Goethe, Deutschlands einziges deutsches Museum im Ausland, wurde 1997 in Goethes ehemaliger römischer Wohnung am Corso eröffnet. Träger ist der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI in Bonn, ein Zusammenschluss von derzeit 36 rechtlich selbständigen bedeutenden Kultureinrichtungen in der Bundesrepublik. Finanziert wird das Haus vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Mit Unterstützung des Deutschen Bundestages hatte der AsKI 2009 zusätzliche Räume im 2. Stock erwerben können, genau die, in denen von 1973 bis 1982 ein vom Freien Deutschen Hochstift getragenes erstes Goethe-Museum Rom untergebracht war. Im Vordergrund der Arbeit der Casa di Goethe standen im Jahr 2012 der Abschluss der Umbau- und Einrichtungsarbeiten dieser neuen Räumlichkeiten, die Neuorganisation der Museumsetage im ersten Stock (Lager, Kunstdepot, Bibliothek, Verwaltungsräume) und die Eröffnung und Inbetriebnahme der neuen Räume (Übernahme der Deutschen Künstlerbibliothek und des Nachlasses des Deutschen Künstlervereins, Umzug der Bibliothek in den zweiten Stock). Diese Maßnahmen haben Arbeitskraft und finanzielle Mittel gebunden. Das Veranstaltungsprogramm mußte reduziert, das Museum während der Renovierungsarbeiten zeitweise geschlossen werden. Die Casa di Goethe konnte 2012 dennoch ein qualitätvolles Veranstaltungsprogramm durchführen und sich angesichts ihrer Erweiterung über ein lebhaftes Medieninteresse in Italien und Deutschland freuen.

 

Mehr Platz für Goethe in Rom!

Fünfzehn Jahre nach ihrer Eröffnung konnte die Casa di Goethe am 20. September 2012 eine hiostorische Erweiterung feiern: In Anwesenheit des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann und des italienischen Kulturministers Lorenzo Ornaghi wurden am Morgen die neuen Räume des römischen Goethe-Hauses feierlich eingeweiht und am Abend eine ganz besondere Ausstellung mit noch nie gezeigten italienischen Goethe-Zeichnungen aus den Beständen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet.

 

Die Erweiterung um rund die Hälfte der bisherigen Museumsfläche eröffnet der Casa di Goethe neue Perspektiven: Die Trennung von Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich erleichtert sowohl den Museumsbetrieb wie die Durchführung von Veranstaltungen. Die Seminar- und Bibliotheksräume und der neue Veranstaltungssaal in der zweiten Etage bieten bei verbesserter technischer Grundausstattung auch bei laufendem Museumsbetrieb die Möglichkeit, Seminare, Workshops und museumspädagogische Programme durchzuführen. In den neuen Räumen hat die historische Bibliothek der deutschen Künstler in Rom ein definitives Zuhause gefunden. Und schließlich kann die Casa di Goethe ihr Stipendium-Programm unter verbesserten Bedingungen wiederaufnehmen, weil nun ein eigenes Apartment zur Verfügung steht.

 

Die zahlreichen Gäste aus Italien und Deutschland konnten sich von dem überzeugenden Ergebnis der Umbauarbeiten einen Eindruck verschaffen. Zum Abschluss des Festaktes überreichte der Architekt Alessandro Casadei, dessen hervorragende Arbeit alle Redner hervorgehoben hatten, den Hausherren - dem Vorsitzenden des AsKI, Volkmar Hansen, und der Leiterin der Casa di Goethe, Ursula Bongaerts - symbolisch einen Schlüssel. Anschließend verteilten sich die Gäste in beiden Etagen des Hauses Via del Corso 18, besichtigten die neuen Räume und vorab die Ausstellung mit originalen, bislang noch nie gezeigten Zeichnungen Goethes aus Italien.

 

Diese Ausstellung wurde am Abend bei großem Andrang des römischen Publikums zusammen mit den Kollegen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet. Nicht nur am 20. September feierten die vielen Gäste aus Italien und Deutschland die historische Erweiterung der Casa di Goethe. Auch an den beiden folgenden Wochenenden konnten wir uns über großen Besucherandrang freuen: In der ersten Etage bewunderten die vielen vor allem italienischen Besucher die Goethe-Zeichnungen, die zweite Etage kam mit Lesungen und Hausmusik erstmals zum Einsatz – und funktionierte bestens. Und der AsKI konnte schließlich am Tag nach der Eröffnung seine Vorstandssitzung erstmals in den neuen Räumen des von ihm getragenen Hauses durchführen.

 

Ausstellungen und begleitende Veranstaltungen

Die erste Ausstellung im Jahr 2012 zeigte unter dem Titel „Ein Bild wie ein Gedicht“ Illustrationen von vier Künstlern – Max Liebermann, Ernst Barlach, Hans Meid und Karl Walser – zu Goethe-Gedichten. Alle Exponate stammen aus der Sammlung der Casa di Goethe. Die Ausstellung wurde in ähnlicher Form bereits im Jahr 2000 gezeigt; der bereits vorliegende Katalog konnte erneut benutzt werden. Zur Eröffnung rezitierten die Schauspieler Massimiliano Vado und Alex Pascoli Goethe-Gedichte.

 

Anlässlich der Erweiterung der Casa di Goethe wurde am 20. September eine hochkarätige Ausstellung mit bisher noch nie gezeigten Originalzeichnungen Goethes von seiner Italienreise eröffnet. Die wertvollen Blätter aus dem Besitz der Klassik Stiftung Weimar – italienische Landschaften, klassizistische Figuren- und Porträtstudien sowie Architekturzeichnungen – waren zuvor mit Sondermitteln des BKM restauriert worden. Sie vermitteln ein neues Bild von Goethe als Zeichner in Italien, wurden in der Vergangenheit doch meist immer die gleichen Motive ausgestellt und publiziert. Kuratiert.wurde die Ausstellung “den ganzen Tag gezeichnet. Die italienischen Zeichnungen Goethes” von Hermann Mildenberger, Leiter der Graphischen Sammlung der Klassik Stiftung Weimar, und seiner Kollegin Margarete Oppel. Zur Eröffnung waren aus Weimar außerdem auch Hellmut Seemann (Präsident) und Wolfgang Holler (Generaldirektor der Museen) angereist.

Um die Blätter anschließend auch in der Dauerausstellung zeigen und die Ausstellung auch an anderen Orten Italiens präsentieren zu können, wurden hochwertige Faksimiles hergestellt. Zur Ausstellung hat die Casa di Goethe einen zweisprachigen Katalog herausgegeben, der in einem einleitenden Teil auch auf die historische Erweiterung der Casa di Goethe eingeht.

 

Lesungen, Vorträge, Seminare

2012 konnte in Kooperation mit zahlreichen italienischen und deutschen Partnern nur ein im Vergleich zu den Vorjahren aufgrund der Bauarbeiten reduziertes Veranstaltungsprogramm in der Casa di Goethe (28 Veranstaltungen) und an anderen Orten Italiens (4 Veranstaltungen) durchgeführt werden (s. anliegende Liste). Die neuen Räume haben sich für ist die Durchführung von Veranstaltungen bestens bewährt.

 

Stipendium

Das Casa di Goethe-Stipendium kann durch die räumliche Erweiterung wieder aufgenommen werden, da nun ein eigenes Apartment für die Unterbringung von Autoren, Publizisten, Übersetzern und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden kann. Als Förderer wurde die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung aus Bremen gewonnen. Eine Satzung für das Stipendium wurde vom AsKI-Vorstand verabschiedet, die erste Ausschreibung erfolgte im September 2012. In die Jury berufen wurden der Soziologe Angelo Bolaffi, emeritierter Professor der Universität La Sapienza in Rom und langjähriger Direktor des Italienischen Kulturinstituts in Berlin, und Dieter Richter, emeritierter Professor für Literaturgeschichte in Bremen und Autor zahlreicher Bücher zur europäischen und besonders italieinschen Kulturgeschichte. Außerdem gehört Susanne Popp als stellvertretende Vorsitzende des AsKI der Jury an. Die erste Jury-Sitzung soll Anfang 2013 stattfinden.

 

Sammlung und Bibliothek

Obwohl der Erwerbungsetat 2012 überwiegend für die Einrichtung der neuen Etage genutzt werden mußte, konnten Sammlung und Bibliothek um bedeutende Exponate erweitert werden.

 

Ein besonderer Glücksfall war es, dass die Casa di Goethe den kulturhistorisch bedeutsamen Altbestand der 1821 gegründeten deutschen (Künstler)bibliotheken übernehmen konnte, der nun Glanzstück der neuen Räume im zweiten Stock ist. Diese historische Bibliothek ist aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte nicht mehr vollständig erhalten, aber gleichwohl als Spiegel der Leseinteressen speziell der Deutschrömer im 19. Jahrhundert ein Zeitdokument ersten Ranges. Die Bestände wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf verschiedene deutsche Institute in Rom verteilt, Anfang der 1980er Jahre aber wieder zusammengeführt und seither – bis auf einen kleinen in der Villa Massimo befindlichen Restbestand - im Deutschen Archäologischen Institut aufbewahrt. In der Casa di Goethe soll die besitzerlose Bibliothek nun im Einverständnis mit allen Direktoren der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Rom und der Deutschen Botschaft sowie mit Billigung des Auswärtigen Amtes und des BKM ihr definitives Domizil finden, erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wissenschaftlich erschlossen werden.

 

Die Bibliotheca Hertziana / Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte hat diese Übergabe zum Anlass genommen, den Nachlass des 1845 in Rom gegründeten Deutschen Künstlervereins, der sich bisher in der Obhut ihres Hauses befand, ebenfalls an das römische Goethe-Museum zu geben und damit das graphische und archivalische Material gleicher Provenienz mit der Bibliothek zusammenzuführen. Die Archivalien - Korrespondenz, Rechnungen, Belege, Verträge, Mitgliedsverzeichnisse, Besucherbücher, die Ausleihregister der Bibliothek und andere Dokumente - erlauben einen einzigartigen Einblick in das Vereinsleben der deutschen Künstler in Rom. Herzstück des insgesamt fast dreihundert Blätter umfassenden graphischen Nachlasses ist ein Album mit gut 140 Porträtzeichnungen von Künstlern, die überwiegend in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Ewigen Stadt gelebt haben. Neben bekannten Namen wie Johann Christian Reinhart, Joseph Anton Koch und Peter Cornelius finden sich hier auch viele unbekannte Maler und Zeichner. Mit diesem bedeutsamen Zuwachs der Sammlung hat die Casa di Goethe ein zweites Standbein – die Sammlung erinnert an Goethes epochemachenden Italienaufenthalt, und sie erinnert an die ungezählten deutschen Künstler in Rom seit Goethes Zeiten, denen in diesem Museum ohnehin von Anfang an ein Forum geboten wurde.

 

Private Schenkungen kamen hinzu: Blätter zur Antikenrezeption aus der Sammlung von Wolfgang von Wangenheim sowie römische Videoarbeiten von Christoph Brech als Schenkung von Michael und Ricarda Matheus. Außerdem konnte eine zeitgenössische Kopie des Goethe-Portraits von Angelika Kauffmann aus Privatbesitz angekauft werden.

 

 

 

Das kleine Team der Casa di Goethe hat die mit der Umstrukturierung und dem Umbau verbundenen Aufgaben zusätzlich zum normalen Arbeitspensum mit Bravour gemeistert. Mein gasnz herzlicher Dank geht an Isolde Hendel, Dorothee Hock, Domenico Matilli und Suzanne Mille sowie an die Praktikanten, die uns 2012 unterstützt haben: Alexander Kusnezow, Pia-Doreen Pinkawa, Emilia Oebel, Jill Giljan, Sabrina Schmohl, Anina Pommerenke, Romina Ebenhöch
und Ornella Mignemi.

 

 

Rom, im Mai 2013

Ursula Bongaerts, Leiterin der Casa di Goethe

 

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