Museum - Bibliothek - Deutsch-italienisches Foyer

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Januar - Februar 2020

Prof. Dr. Thomas Hauschild, Ethnologe


Foto: Franziska Richter

 

Projekt: Magie in wissenschaftlichen, literarischen und künstlerischen Quellen Italiens

Thomas Hauschild als Gast der „Casa di Goethe“ in Rom erzählt:

Die moderne Ethnologie versucht, Exotismus und Vorurteile gegen das Fremde zu überwinden, und hat sich darum zu einer vergleichenden Kultur- und Sozialanthropologie entwickelt.  Als Ethnologe bin ich bekannt für den Versuch, jetzt erst recht die „exotischen“, heute skurril wirkenden Momente von Kultur in die europäischen Kulturwissenschaften zu integrieren: Hexen,  Heilige, Geheimbünde, Weihnachtsmann, die Befana und Gespenster aller Art ...

In Rom bin ich unterwegs, um hochliterarische Zeugnisse für die populare Religion und Magie zu finden, die ich lange Zeit in Süditalien durch empirische Feldarbeit für mein Buch „Magie und Macht in Italien“ erschlossen habe: Dante, Carducci, häretische Chronisten und reaktionäre Literaturwissenschaftler wie Mario Petrucciani. Die Zeit als „borsista“ des „Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute“ und der „Casa di Goethe“ macht mir das möglich. Hier genieße ich nicht nur die schöne Unterkunft, sondern auch starke Unterstützung durch die Wissenschaftlerinnen des Hauses, Dr. Maria Gazzetti (Leiterin des Museums), Dorothee Hock und Dr.  Claudia Nordhoff und den Stab des Hauses um Pina Middendorf.

Auch in den Archiven der Casa di Goethe selbst habe ich reiches Material gefunden. Die hier behausten Bibliotheken des römischen deutschen Künstlervereins des 19. Jahrhunderts, die umfangreiche Sammlung von Goethe-Literaturen und die wunderbaren Exponate bescheren mir Wissen über die Spiritualität, die Exotik und nicht zuletzt über die Geisterseherinnen des frühen 19. Jahrhunderts, für die ich mich gegenwärtig beim Schreiben meines Buches über Gespenster begeistere.

Und, ja, natürlich erscheint mir hier Goethes Geist, wenn ich im zweiten Stockwerk des Hauses nachts allein die Folianten des deutschen Vormärz wälze. Wie ich das Gespenst dann wieder los werde? In Deutschland hat die Jugendsprache dafür einen schönen Bannfluch erdacht, Titel einer erfolgreichen Filmserie (2013-17) des Regisseurs Bora Dağtekin: „Fack ju, Göhte!“


Gewinner  4. Ausschreibung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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