Museum - Bibliothek - Deutsch-italienisches Foyer

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Jahresbericht 2016

Jahresbericht 2016

Museum:

Das Jahr 2016 stand ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Der nicht-katholische Friedhof Roms, an der antiken Pyramide des Caius Cestius gelegen, feierte sein 300jähriges Bestehen. Dieses Ereignis gab Anlass zu einer Ausstellung, die von der Casa di Goethe gemeinsam mit der Leitung des Friedhofs organisiert wurde und mit deren Vorbereitung alle Mitarbeiter des Museums intensiv beschäftigt waren.

2016 besaß auch aus einem anderen Grund eine Bedeutung: Im Oktober jährte sich zum 200. Mal das Erscheinen des 1. Bandes von Goethes „Italienischer Reise“, was durch eine Ausstellung mit eigens zum Thema ausgeführten Werken von drei Künstlerinnen – die Italienerinnen Elisa Montessori und Claudia Peill sowie die Deutsche Michaela-Maria Langenstein, die seit Jahren in Rom lebt - gewürdigt werden sollte. Die Ausstellung wurde zuerst in der italienischen Botschaft in Berlin, dann in der Casa di Goethe gezeigt. Zur Eröffnung im März 2016 reisten die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Museums mit Maria Gazzetti in die Bundeshauptstadt und feierten dort in der italienischen Botschaft gemeinsam mit dem italienischen Botschafter und vielen geladenen Gästen.

Schließlich erhielt das Museum eine ganz besondere Leihgabe: Der in Rom lebende, bedeutende italienische Gegenwartskünstler Luigi Ontani überreichte Maria Gazzetti bei einem „Fest für ein Bild“ im Mai eine große,  auf Leinwand montierte und in einem runden, goldenen Rahmen gefasste Fotografie, die ihn selbst in der Haltung Goethes aus Tischbeins berühmtem Porträt des Dichters als „Wanderer auf dem Obelisk“ zeigt. Ontani stellt sich selbst ins Zentrum seiner Arbeit:  Fotografie, Tableau Vivant, Malerei, Skulptur, Keramik und Performance gehören zu seinen Ausdrucksformen, in denen er beispielsweise die Vorbilder berühmter Gemälde nach-inszeniert und zum lebenden Modell der Geschichte wird. Bei dem „Fest für ein Bild“ herrschte großer Besucherandrang, und viele Römer und Romdeutsche nutzten die Gelegenheit, sich mit dem Künstler auszutauschen. Nun hängt Ontanis „Goethe“ im Tischbein-Atelier und bildet einen eindrucksvollen Kontrast zu dem großen Gemälde Tischbeins, das es wie ein modernes Spiegelbild reflektiert.

Ausstellungen:

Am 17. Januar 2016 wurde die Ausstellung „Lady Hamilton: Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit“ beendet, die seit dem 24. September 2015 mit großem Erfolg gezeigt worden war.

Am 5. Februar wurde die von Maria Gazzetti kuratierte Ausstellung „Reisenotizen. Barbara Klemm – Fotografieren auf Goethes Spuren“ im Beisein der Fotografin, der Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland Susanne Wasum-Rainer, die die Eröffnungsrede hielt, und des Beauftragten des Bundeskulturministeriums Dr. Horst Claussen, eröffnet. Die vor allem als gesellschaftspolitische Chronistin bekannte Barbara Klemm, die jahrelang für die Frankfurter Allgemeine Zeitung fotografierte, wurde 2012 von der ALTANA Kulturstiftung dazu angeregt, den Spuren des Zeichners Goethe zu folgen. So vollzog sie die Reisen und Wanderungen des Dichters durch Böhmen und Deutschland, Italien und die Schweiz nach und fotografierte die Orte, die Goethe in Skizzen und Tuschezeichnungen festgehalten hatte. Dabei ging es nicht einfach um ein Nach-Fotografieren, sondern um die eigene künstlerische Erfahrung vor Ort. Barbara Klemm wählte persönlich 45 Schwarz-Weiß-Fotografien aus und verteilte sie in den Ausstellungsräumen der Casa di Goethe, wo sie durch eine kleine Auswahl von Goethes Zeichenmotiven ergänzt wurden. Diese Ausstellung, die zuvor in Bad Homburg und im Weimarer Goethe-Museum gezeigt worden war, stieß auf eine große Resonanz beim Publikum, das sich von der Schönheit und athmosphärischen Dichte der Fotografien gefangennehmen ließ.

Am 7. Juni wurde die Ausstellung „Con Goethe in Italia“ eröffnet, mit der an den 200. Jahrestag des Erscheines des 1816 publizierten, ersten Bandes von Goethes Reisewerk der „Italienischen Reise“ erinnert werden sollte. Eigens für diese Ausstellung hatten die drei Künstlerinnen Michaela-Maria Langenstein, Elisa Montessori und Claudia Peill sich mit Goethes in Italien entwickelter Idee der Urpflanze und seiner italienischer Reise insgesamt auseinandergesetzt und daran inspirierte Werke geschaffen. Die Ausstellung, in Rom bis Mitte September zu sehen, wurde zuvor vom 1. März bis Mitte Mai 2016 in der italienischen Botschaft in Berlin gezeigt, wo sie gemeinsam mit dem italienischen Kulturinstitut Berlin organisiert worden war. Sie wurde am 1. März in Berlin vom italienischen Botschafter Pietro Benassi und dem Ministerialdirektor Dr. Günther Winands, als Vertreter von Staatsministerin Prof. Monika Gruetters in Anwesenheit von Vertretern des Aski feierlich  eröffnet .

 

Am 22. September schließlich wurde die lange vorbereitete Ausstellung „Am Fuße der Pyramide. 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom“ in Anwesenheit mehrerer Botschafter in Rom, mehrerer Museumsdirektoren und Leihgebern aus dem Ausland feierlich eröffnet. Das Projekt stand unter der wissenschaftlichen Leitung von Nicholas Stanley-Price und unter der Schirmherrschaft der 15 Botschafter (Australien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Irland, Kanada, Niederlande, Norwegen, Russland, Schweden, Schweiz, Südafrika, USA), die den Friedhof unter der Präsidentschaft von S.E. Peter McGovern, Botschafter Kanadas in Italien verwalten und die alle bei der Eröffnung anwesend waren. Es gelang den Organisatoren, Gemälde aus Privatbesitz sowie europäischen und amerikanischen Museen als Leihgaben zu erhalten, die zum Teil noch nie öffentlich ausgestellt waren – darunter ein hochwichtiges Bild von Edvard Munch, für das besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden mussten. Die Ausstellung stieß auf große Resonanz sowohl beim Publikum als auch bei der Presse; so berichteten beispielsweise die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die italienischen Zeitungen „Il Corriere della Sera“ und „La Repubblica“ , aber auch „L`Unita`“ oder „Il Fatto quotidiano“ und italienische Radiosender ausführlich darüber. Der von der Casa di Goethe herausgegebene Ausstellungskatalog erschien in drei Sprachen und liefert grundlegende Forschungsbeiträge zum Thema.

Das Jahr 2016 klang aus mit der am 29. November eröffneten Ausstellung „Konstellation 1. Zeichen und Spuren deutscher Geschichte – aufgesammelt in Rom“, die von Giuseppe Garrera kuratiert worden ist. Garrera präsentiert „deutsche Fundstücke“, die er selbst in Jahren des Sammelns auf römischen Flohmärkten und bei Haushaltsauflösungen zusammengetragen hat. Hier werden drei herausragende deutsche Persönlichkeiten dokumentiert, die in Italien lange gelebt haben – der Naturwissenschaftler und Leiter des Neapolitanischen Aquariums Reinhard Dohrn, der Maler Ernst Stadelmann und der Psychoanalytiker Ernst Bernhard -, deren Briefe, Bücher und Kunstwerke Garrera auf Trödelmärkten sicherstellen und vor der Vernichtung oder Verstreuung retten konnte. Auf diese Weise wird ein Stück deutscher Geschichte in Rom rekonstruiert, wobei die einzelnen Exponate – wie etwa ein Holzschnitt Dürers oder Originalgraphiken von Manet und Renoir – auch unabhängig von ihrer Herkunft von Bedeutung sind.

 

Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen:

Am 18. Februar fand im Rahmen der Ausstellung „Con Goethe in Italia“ und in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut in Berlin ein Gespräch zwischen den Autoren Mario Fortunato und Jan Koneffke zum Thema „Über Goethes Reise nach Italien“ statt. Mit diesem Gespräch wurde gleichzeitig ein Band aus der Reihe der „Incontri Romani (Römische Begegnungen)“ veröffentlicht. Diese Serie wird ab jetzt unter dem neuen Namen „Rom trifft Berlin – Berlino incontra Roma“ in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut in Berlin fortgeführt.

Am 13. Oktober hielt der Kurator der Ausstellung „Am Fuße der Pyramide. 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom“, Nicholas Stanley-Price, einen Vortrag zum Thema. Mario Fortunato las am 29. Oktober aus einer eigens für die Ausstellung verfassten Erzählung mit dem Titel „Piramide“.

Zu sämtlichen Ausstellungen der Casa di Goethe wurden Sonderführungen angeboten. Für die Ausstellung „Am Fuße der Pyramide. 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom“ wurden vom Kurator besondere Führungen in englischer Sprache angeboten; außerdem fanden für die Dauer der Ausstellung in der Casa di Goethe jeden Sonnabend Sonderführungen auf dem Friedhofsgelände statt.

 

Literatur in der Casa di Goethe:

Auch 2016 bot die Casa di Goethe den Besuchern die Möglichkeit, deutsche und italienische Schriftsteller zu treffen und aus ihren Werken lesen zu hören. Zu Beginn stand die Begegnung mit Friedrich Christian Delius, der am 28. Januar aus seinem Buch „Die linke Hand des Papstes“ las. Am 23. März präsentierte Durs Grünbein „Die Jahre im Zoo. Ein Kaleidoskop“, und Peter Schneiders „Gli amori di mia madre“ wurde am 28. Juni von Antonio di Bella und Marta Nuti vorgestellt und gelesen. Am 18. November schließlich wurde die Übersetzung ins deutsche von Valerio Magrellis Buch „Vom heimlichen Ehrgeiz, ein Bleistift zu sein“, im Beisein des Autors von dessen Lektor beim Hanser Verlag in München, Piero Salabé präsentiert.

Wie in jedem Jahr wurden italienische und deutsche Fachwissenschaftler eingeladen, ihre Studien zu Goethe und zur deutschsprachigen Literatur allgemein vorzustellen. Am 15. Januar präsentierte der Germanist und Professor an der Universität Parma, Stefan Oswald, sein Buch „Früchte einer großen Stadt – Goethes venezianische Epigramme“. Der Autor und Redakteur des Feuilletons der Süddeutschen Zeitung, Lothar Müller, sprach in einem Vortrag am 31. März über „Goethe und die Zeitungen“. Am 25. Mai stellten Jan Bürger und Annette Korolnik-Andersch in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Institut Rom das Buch „Cento passi di distanza. Alfred Andersch – Max Frisch. Lettere tra amici“ vor, in dem erstmalig der Briefwechsel von Frisch und Andersch in italienischer Sprache zugänglich gemacht wird. Paola Sorge präsentierte ihre italienische Übersetzung des Buches von Karl Kraus, „La terza notte di Valpurga“, am 14. Juni.

Am 14. und 15. April fand in der Casa di Goethe in Zusammenarbeit mit der Fondazione Camillo Caetani eine internationale Tagung zum Thema „Rilke und Italien“ statt. Den Teilnehmern bot sich die Möglichkeit, Vorträge zu Rainer Maria Rilkes Verhältnis etwa zur italienischen Kunst und zu dem Dichter Petrarca oder zu seinen Aufenthalten in Venedig, Florenz und Neapel zu hören. Zu den Vortragenden zählten u. a. Ulrich von Bülow vom Deutschen Literaturarchiv Marbach, Marino Freschi von der römischen Universität Roma Tre, Sergio Corrado von der Universität L`orientale in Neapel und Achim Aurnhammer von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Die Fondazione Caetani ermöglichte einen Besuch des Palazzo Caetani, in dessen Bibliothek eine dokumentarische Ausstellung zu Rilke und Marguerita Caetani gezeigt wurde.

Inzwischen bewährte Tradition ist die Vorstellung der Schriftsteller-Stipendiaten der Villa Massimo in der Casa di Goethe. In diesem Jahr lasen am 6. Dezember Heike Geißler, Hartmut Lange und Nina Jäckle aus ihren Werken und faszinierten die Zuhörer durch die Verschiedenheit ihrer Texte und Sprache.

Die Casa di Goethe als Begegnungsstätte deutscher und italienischer Germanistik

Wie im Vorjahr wurde die Zusammenarbeit mit deutschen und italienischen Instituten und Universitäten fortgesetzt; so kooperierte die Casa di Goethe mit dem Deutschen Literaturarchiv, Marbach, dem Italienischen Kulturinstitut Berlin, dem Schweizer Institut Rom, und dem Forum Austriaco di Cultura Rom.

Veranstaltungen gemeinsam mit der Stadt Rom und anderen römischen Partnern:

Am 7. und 8. Mai nahm die Casa di Goethe an der 5. Edition des “Open House” teil (freier Eintritt in das Museum), die von der Associazione Open City Roma organisiert wurde. Im August war die Casa di Goethe Partner des italienischen Automobilclubs ACI (Mitglieder erhielten reduzierte Eintrittskarten).

Kulturelle Bildung, Musik und Kunstgeschichte in der Casa di Goethe:

2016 wurde auch die Kunst und Kultur des 18. und 19. Jahrhunderts in Veranstaltungen und Vorträgen beleuchtet.

Wie schon im Vorjahr wurde Goethes Geburtstag am 28. August mit einem Vortrag von Claudia Nordhoff gefeiert, die über Goethes Künstlerfreunde in der Via del Corso 18 sprach: “Mi sono inserito nel loro menage – Goethe e i suoi amici artisti a Roma”

Am 29. September sprach Martina Sitt, Professorin für Kunstgeschichte in Kassel, über Malerinnen aus der Familie des Goethe-Tischbein, “Tischbeins vergessene Schwestern”. Der Architekturhistoriker Hansgeorg Bankel hielt am 19. Oktober einen Vortrag über “Carl Rottmanns italienische Landschaften”, und der emeritierte Direktor des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Arnold Esch, sprach am 10. November über “Ferdinand Gregorovius Wanderjahre in Italien”. Auch der Musik wurde 2016 Raum gegeben: Am 17. März hielt Claudia Kayser-Kadereit (Universität Osnabrück) einen mit Musikbeispielen untermalten Vortrag über “Deutsche Musiker des 18. und 19. Jahrhunderts in Rom”, und am 17. Juni gab der Kontrabassist Massimo Ceccarelli ein Konzert, das zusammen mit der Universität Roma Tre Orchestra organisiert wurde.

Stipendienprogramm:

Gefördert von der Karin und Uwe Hollweg-Stiftung, konnte auch 2016 das Stipendienprogramm der Casa di Goethe erfolgreich fortgesetzt werden. Mitglieder der Jury sind: Prof. Dr. Angelo Bolaffi (Rom), Prof. Dr. Dieter Richter (Bremen) und Prof. Dr. Susanne Popp (Karlsruhe). Das Stipendium beinhaltet das kostenfreie Zimmer im zweiten Stock der Casa di Goethe sowie einen monatlichen Beitrag von 1500 Euro. Es waren folgende Stipendiaten anwesen:

Michaela Schäuble, Sozialanthropologin (Januar und Juli-August 2016). Forschungsprojekt über Tarantismus und Totenklage in Süditalien.

Thomas Reiser, Germanist (April 2016), Forschungsprojekt einer neuen Übersetzung von Andrea Palladios Rom-Reiseführer.

Andreas Kloner, Autor und Parlamentsstenograph (Mai 2016). Forschungsprojekt über das noch nicht gesichtete Material zur Präsenz der Deutschen in Rom aus dem Nachlass von Friedrich Noack.

Martina Sitt, Kunsthistorikerin (September-Oktober 2016). Forschungsprojekt einer Neuedition der Lebenserinnerungen Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins.

Claudia Sedlarz-Riedinger, Kunsthistorikerin (November-Dezember 2016). Forschungsprojekt über Friedrich Rehberg in Rom.

Martina Sitt und Claudia Sedlarz-Riedinger haben jeweils einen Vortrag über ihr Forschungsvorhaben gehalten.

Andreas Kloner hielt im Mai einen Kurs zur Gabelsberger-Stenographie in den Räumen der Casa di Goethe ab.

Bibliothek:

Der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützte Kunsthistoriker Ulf Dingerdissen hat 2016 die Arbeit an der Erschließung der Bibliothek des Deutschen Künstlervereins fortgesetzt: Dabei geht es vor allem um die Rekonstruktion der wechselhaften Geschichte der Vereinsbibliothek  sowie der Auswertung des Quellenmaterials und dessen Aufbereitung im digitalen Bibliothekskatalog der Casa di Goethe.

Sammlung:

2016 konnten zwei herausragende Neuerwerbungen für die Casa di Goethe getätigt werden, die eine große Bereicherung des Museums bilden. Zum einen handelt es sich um sieben Skizzenbücher Friedrich Burys (1763-1823), der gemeinsam mit Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und Johann Georg Schütz zu den Mietern des Hauses in der Via del Corso 18 zählte und sich während des Aufenthaltes von Goethe eng an den Dichter anschloss. Die Casa di Goethe besaß bislang keine Werke Burys in ihrer Sammlung, so dass der Erwerb der Skizzenbücher als ausgesprochener Glücksfall bezeichnet werden kann. Bei der zweiten, wichtigen Neuerwerbung handelt es sich ebenfalls um ein Skizzenbuch, von Friedrich Preller d. Ä. (1804-1878). Preller stand seit seiner frühen Jugend mit Goethe in Kontakt, der ihn wohlwollend förderte. In Rom gehörte er zum Deutschen Künstlerverein und kümmerte sich 1830 um das Begräbnis von Goethes Sohn August auf dem nicht-katholischen Friedhof bei der Cestius-Pyramide. Von seiner Hand stammt ein Porträt Goethes auf dem Totenbett. Das erworbene Skizzenbuch dokumentiert einen Aufenthalt Prellers in dem bei den Künstlern beliebten Bergdorf Olevano in der Nähe Roms; es enthält Landschaftszeichnungen aus Olevano, aber auch von anderen Gegenden Roms. Prellers Skizzenbuch ist sowohl auf Grund der einzelnen Zeichnungen als auch durch die Beziehungen des Künstlers zu Goethe und seinem Sohn von Bedeutung für die Casa di Goethe. Es soll gemeinsam mit den Skizzenbüchern Burys in naher Zukunft in einer Ausstellung dem Publikum präsentiert werden.

Weitere Neuerwerbungen:

Luigi Ontani (geboren 1943), „Ehteog nel Gotha RomAmor“ (Leihgabe des Künstlers)

Elisa Montessori (geboren 1931), „Zwei Künstlerbücher“

Michaela-Maria Langenstein (geboren 1952), „Ohne Titel (Goethe)“

Publikationen:

Jan Konnefke, Mario Fortunato: „So denkt an mich als einen Glücklichen. Goethes Italienische Reise/Pensate a me come a un uomo felice. Goethe, Viaggio in Ìtalia“. Band 3 der Reihe „Berlin trifft Rom/Roma incontra Berlino (zuvor Incontri Romani).

Katalogbroschüre „Mit Goethe in Italien/Con Goethe in Italia“. Ein Text von Giuseppe Garrera und zwei Tafeln von Elisa Montessori, Michaela-Maria Langenstein und Claudia Peill. Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung.

Ausstellungskatalog „Am Fuße der Pyramide. 300 Jahre Friedhof für Ausländer in Rom“. Autoren: Nicholas Stanley-Price, Mary K. McGuigan, John F. McGuigan Jr. Katalogreihe der Casa di Goethe, herausgegeben von Maria Gazzetti. Bonn, Arbeitskreis Selbständiger Kulturinstitute, 2016.

Dank:

Auch im Jahr 2016 hätte das reichhaltige Programm der Casa di Goethe nicht ohne die engagierte Unterstützung der Mitarbeiter realisiert werden können. Ich danke Dorothee Hock, Claudia Nordhoff, Pina Middendorf, Domenico Matilli und Gabriele Gioni, die mir stets tatkräftig zur Seite standen. Mein Dank gilt ebenso Susanne Mille und Alessandra Sartori für den Museumsdienst und die Führungen an den Wochenenden. Folgende Praktikanten unterstützten uns 2016: Elena Schmidt,  Eva Mühlbacher, Hannah Scheithauer, Caroline Will und Katharina Grünbichler – auch ihnen danke ich herzlich für ihre Arbeit. Schließlich möchte ich mich bei den vielen Kooperationspartnern der Casa di Goethe bedanken, die an unserem Veranstaltungsangebot mitgewirkt haben.

Rom, Frühjahr 2016

 

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