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Jahresbericht 2011

Die Casa di Goethe im Jahr 2011

Im Vordergrund der Arbeit des römischen Goethe-Hauses stand im Jahr 2011 der Umbau der neu erworbenen Räumlichkeiten im zweiten Stock. Nachdem zahlreiche und zum Teil nicht vorhersehbare bürokratische Hindernisse im Zusammenhang mit dem Bauanzeigeverfahren bei der Comune di Roma überwunden werden konnten, wurde im Sommer mit den Umbauarbeiten begonnen, die trotz einer unerwartet schlechten Bausubstanz zügig voranschritten. Der Umbau hat die Aktivitäten in der Museumsetage zeitweise erschwert. Der laufende Museumsbetrieb konnte aber jederzeit aufrechterhalten werden, das Veranstaltungsprogramm musste jedoch vorübergehend reduziert werden. Die neuen Räume werden 2012 zum fünfzehnjährigen Bestehen der Casa di Goethe im Beisein von Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet. Wieder aufgenommen werden kann dann auch das Stipendienprogramm der Casa di Goethe, für das die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung als Förderer gewonnen werden konnte.

Ausstellungen und begleitende Veranstaltungen

Die erste Wechselausstellung der Casa di Goethe im Jahr 2011 war dem Landschaftsmaler und Deutschrömer Johann Christian Reinhart anlässlich seines 250. Geburtstages gewidmet. Fast sechzig Jahre hat dieser wichtige Künstler der Goethe-Zeit in Rom verbracht, mehr als jeder andere Deutsch-Römer seiner Zeit. Kuratiert wurde die Ausstellung von Dieter Richter, der wie Reinhart aus Hof stammt und seinem Landsmann eine im Transit Verlag erschienene Monographie gewidmet hat: „Von Hof nach Rom. Johann Christian Reinhart. Ein deutscher Maler in Italien“. Das Reinhart-Kabinett aus Hof stellte Leihgaben zur Verfügung, ansonsten stammten alle Exponate aus römischen Sammlungen: der Bibliotheca Hertziana, dem Caffè Greco, der Accademia di San Luca – hier fand Richter ein bisher unbekanntes und verschollen geglaubtes Reinhart-Porträt – und der Casa di Goethe. Ein besonderer Höhepunkt waren die mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder und des BKM im Vorjahr erworbenen vier großformatigen Rom-Panoramen aus der Goethe-Zeit, die die Casa di Goethe erstmals ihrem Publikum zeigte. Diese Ausstellung mit dem Titel „Blicke auf Rom“, die von einem Vortrag von Elisabeth Kieven, Direktorin an der Bibliotheca Hertziana, zu den Rom-Panoramen begleitet wurde, brachte eine sehr positive Presseresonanz und stieß beim deutschen wie vor allem auch beim italienischen Publikum auf großes Interesse.

Daran schloss sich die gemeinsam mit dem Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden Künste Wien erarbeitete Ausstellung zu Joseph Anton Koch in Rom an. Die von Cornelia Reiter kuratierte Ausstellung zeigte eine Auswahl an Zeichnungen aus dem in der Wiener Akademie aufbewahrten Nachlass des Künstlers, eines wichtigen Vertreters der klassizistischen Landschaftsmalerei. Koch war einer der zentralen Figuren der deutsch-römischen Künstlerkolonie und ist über sein Werk, aber auch über seine zahlreichen Nachfahren bis heute eng mit der Ewigen Stadt verbunden. Die Ausstellung war zunächst in Wien zu sehen, danach in der Casa di Goethe – die Botschafter von Österreich und Deutschland hatten hier gemeinsam die Schirmherrschaft übernommen – und wird 2012 abschließend im Museum Georg Schäfer in Schweinfurt gezeigt. Auch hier konnte die Casa di Goethe eine bedeutende Neuerwerbung präsentieren, zwei Rom-Ansichten des Tiroler Künstlers, die die Ernst von Siemens Kunststiftung für das römische Goethe-Museum erworbenen hatte. Zur Ausstellung hat die Casa di Goethe einen zweisprachigen Katalog mit Beiträgen von Cornelia Reiter und Christian von Holst herausgegeben. Begleitet wurde die auf großes Interesse stoßende Ausstellung an den beiden ersten Orten von einem Symposium jeweils am Folgetag der Eröffnung.

Die höchst erfolgreiche Ausstellung „Piranesi, Rembrandt der Ruinen“ aus dem Sammlungsbestand der Casa di Goethe wurde zum Abschluss des Jahres noch einmal dem römischen Publikum gezeigt. Sehr gute besuchte Sonderführungen fanden im Dezember bei verlängerten Öffnungszeiten unter dem Motto „Donnerstags bei Goethe“ im Rahmen der Initiative der Comune di Roma „Roma Natale“ statt.

Anlässlich der zehnjährigen Zusammenarbeit zwischen der Casa di Goethe und der Comune di Malcesine zeigten wir im Sommer die ausschließlich aus eigenen Beständen bestückte Ausstellung „Römische Ansichten. Von Piranesis Rom des 18. Jahrhunderts bis zur Casa di Goethe heute“ mit Radierungen des bekannten Kupferstechers und Arbeiten des Kölner Fotografen Martin Claßen.

Unsere sehr erfolgreiche Michael Ende-Ausstellung konnte nach mehreren Stationen in Italien 2011 auch in Livorno gezeigt werden.

Kleist-Jahr

Einen Schwerpunkt der Arbeit der Casa di Goethe bildeten 2011 die Veranstaltungen anlässlich des 200. Todestages von Heinrich von Kleist, dem die Casa di Goethe zum Auftakt des Kleist-Jahres schon eine gemeinsam mit dem Kleist-Museum in Frankfurt/Oder erarbeitete Ausstellung gewidmet hatte. Zum Abschluß der Ausstellung fanden im Januar zwei Filmvorführungen zum Thema „Kleist im italienischen Kino“ im Goethe-Institut statt: Gezeigt wurden „Il principe di Homburg“ von Marco Bellocchio (1996) und „Il seme della discordia“ von Pappi Corsicato (2008).

Vanda Perretta kuratierte in Zusammenarbeit mit Ursula Bavaj, Camilla Miglio und Giovanni Sampaolo eine Reihe von insgesamt sieben Veranstaltungen unter dem Titel „Leggiamo Kleist insieme“. Die Idee war, im Kleist-Jahr 2011 nicht nur die Germanisten zu Wort kommen zu lassen, sondern Wissenschaftler und Vertreter unterschiedlichster Fachrichtungen einzuladen und mit ihnen die Aktualität des Werks von Heinrich von Kleist zu diskutieren. Eine Idee, die sich bewährt hat und auf große Begeisterung beim Publikum gestoßen ist. Ein breites Panorama: Die Filmregisseure Marco Bellocchio und Roberto Giannarelli setzen sich mit „Michael Kohlhaas“ und der Idee der Gerechtigkeit auseinander, der Soziologe Giovanni Ragone und die Medienwissenschaftlerin Donatella Capaldi reflektierten über Katastrophen in Kleists Erzählungen, der Altphilologe Roberto Nicolai stellte die „Penthelisea“ als archaisches und romantisches Epos vor, der Kunsthistoriker Claudio Zambianchi beschäftigte sich mit Kleists´ Schrift über das Marionettentheater und die Journalistin Vanna Vannuccini sich mit den „Berliner Abendblättern“ und der journalistischen Tätigkeit des Dichters, die Philosophin Simona Landolfi untersuchte den Fall der "Marquise v. O." Den Abschluss bildete ein literarisches Spiel: Pier Carlo Bontempelli und Ursula Bavaj lasen aus Originalbriefen von Kleist an seine Verlobte Wilhelmine von Zenge und aus deren Antwortbriefen, aus letzteren aber in einer Version von Studentinnen der Universität La Sapienza, die versuchten, sich in die Zeit und Wilhelmine hinversetzend, ihre nicht erhaltenen Briefe neu zu schreiben: ein vergnüglicher und beeindruckender Abschluss einer sehr gelungenen Veranstaltungsreihe.

Die Germanisten und Literaturwissenschaftler kamen natürlich auch zu Wort: Der ungarische Essayist und Kleist-Forscher László Földényi las aus seinem noch unveröffentlichten Buchmanuskript „Kleist und sein Tod“ und diskutierte darüber mit Ursula Bavaj. Anna Maria Carpi, Renata Colorni und Luigi Reitani stellten zum Abschluss des Kleist-Jahres die bei Mondadori erschienene neue Kleist-Gesamtausgabe vor.

Lesungen, Vorträge, Seminare

In der Casa di Goethe fanden auch 2011 zahlreiche Lesungen statt: Im Frühjahr waren traditionsgemäß die Schriftsteller-Stipendiaten der Villa Massimo zu Gast, Lutz Seiler und Jan Wagner. Zum Auftakt des Kolloquiums „Annette von Droste-Hülshoff und Italien“, durchgeführt von der Università degli Studi di Roma 2 Tor Vergate und der Annette von Droste-Gesellschaft (Münster) in Zusammenarbeit mit der Casa di Goethe und dem Goethe-Institut Rom, las die Schauspielerin Katharina Giesbertz unter dem Titel „Sehnsucht in die Fremde“ aus dem Werk der Droste. Den Eröffnungsabend bestritt außerdem Heike Spies, Kustodin des Goethe-Museums Düsseldorf, mit einem Vortrag über „Droste-Hülshoffs und Goethes Blick auf die römische Antike“. Zwei weitere Lesungen schlossen sich im Sommer an: Martin Kämpchen stellte unter dem Titel „Du hast meinen Geist in Brand gesteckt“ die von ihm ins Deutsche übersetzte Lyrik des indischen Dichters Rabindranath Tagore vor, Thomas Lehr las aus seinem 2010 bei Hanser erschienenen Roman „September. Fata Morgana“ und diskutierte mit Ursula Bongaerts vor allem über die Goethe-Bezüge in seinem Buch. Anne Weber stellte ihre Sicht auf Goethes Sohn dar und las aus ihrem bei Fischer erschienenen Buch „August. Ein bürgerliches Puppentrauerspiel“.

Zahlreiche deutschsprachige Veranstaltungen bereicherten das Programm: Unter dem Titel „Stefan Andres in Rom“ stellten der Verleger Thedel von Wallmoden, der Literaturwissenschaftler Michael Braun, der Enkel und Mitherausgeber der neuen Werkausgabe Christopher Andres sowie Prälat Max-Eugen Kemper, der mit Stefan Andres befreundet war, Leben und Werk des deutsch-römischen Schriftstellers vor. Den Spuren von Nelly Sachs im Werk von Ingeborg Bachmann und Paul Celan ging der Geschäftsführer und stellvertretende Verlagsleiter von Suhrkamp Thomas Sparr nach. Der Journalist und Historiker Jobst Knigge referierte über Capri und die Deutschen. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache (Zweigvereine Rom und Mailand) und dem DAAD (Bonn und Informationszentrum Rom) fand im Goethe-Haus ein Studientag zum Thema „Gesprochenes Deutsch für die Auslandsgermanstik“ statt.

Den Reigen der Veranstaltungen in italienischer Sprache eröffnete eine von Marino Freschi moderierte Diskussionsveranstaltung mit Paolo d´Angelo, Giorgio Piccinini und Massimo Ferrari Zumbini über „Berlino, capitale del XXI secolo“. Der deutschen Hauptstadt war auch der Vortrag „Le confessioni di un italiano innamorato di Berlino“ von Angelo Bolaffi, dem langjährigen Leiter des italienischen Kulturinstituts in Berlin gewidmet. Die neue italienische Übersetzung von Thomas Manns´ „Zauberberg“ - „Montagna magica“ - wurde in einer von Elisabeth Galvan moderierten Diskussionsrunde mit Piero Boitani, Renata Colorni und Luca Crescenzi vorgestellt. Der Dramatiker Lessing war Gegenstand einer Gesprächsrunde mit Paolo Fallai, Marino Freschi und Giorgio Manacorda, Goethes „Iphigenie“ einer von Marino Freschi moderierten Diskussion mit Grazia Pulvirenti und Cesare Lievi, begleitet von einer Lesung mit Emanuela Pistone.

Museumspädagogische Programme für Schüler und Studenten zu den Themen Italienreise, Faust, Farbenlehre wurden über das ganze Jahr durchgeführt. Außerdem war die Casa di Goethe auch außerhalb des eigenen Hauses präsent. Neben den bereits erwähnten Aktivitäten waren dies noch folgende Veranstaltungen: die in der Sculoa normale Superiore in Pisa durchgeführte Internationale Tagung der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft in Lübeck „Thomas Mann und die Künste. Neue Wege der europäischen Forschung“, ein Konzert in der Kirche S. Agnese in Agone, organisiert von der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar im Rahmen der europäischen Liszt-Night-Tour 2011, unterstützt von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, der Casa di Goethe und dem Deutschen Historischen Institut Rom, und schließlich die Filmvorführung „Faust“ von Aleksander Sokurov (Goldener Löwe Venedig 2011) im Goethe-Institut Rom.

Dass dieses umfangreiche Programm neben der Betreuung der Baumaßnahme durchgeführt werden konnte, verdankt sich der tatkräftigen und bewährten Mitarbeit von Renata Crea, Dorothee Hock, Domenico Matilli und Suzanna Mille. Vor allem ihnen danke ich sehr herzlich wie auch unserem Praktikanten-Team, das uns 2011 unterstützt hat: Anne-Maria Ewen, Stefanie Lenk, Kathrin Ennenbach, Sandra Wochner, Annabel Thiel, Susanne Kuhn, Janina Adamo und Alexander Kusnezow.

Rom, im April 2012

Ursula Bongaerts, Leiterin der Casa di Goethe

Jahresbericht 2012

Die Casa di Goethe im Jahr 2012

Die Casa di Goethe, Deutschlands einziges deutsches Museum im Ausland, wurde 1997 in Goethes ehemaliger römischer Wohnung am Corso eröffnet. Träger ist der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI in Bonn, ein Zusammenschluss von derzeit 36 rechtlich selbständigen bedeutenden Kultureinrichtungen in der Bundesrepublik. Finanziert wird das Haus vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Mit Unterstützung des Deutschen Bundestages hatte der AsKI 2009 zusätzliche Räume im 2. Stock erwerben können, genau die, in denen von 1973 bis 1982 ein vom Freien Deutschen Hochstift getragenes erstes Goethe-Museum Rom untergebracht war. Im Vordergrund der Arbeit der Casa di Goethe standen im Jahr 2012 der Abschluss der Umbau- und Einrichtungsarbeiten dieser neuen Räumlichkeiten, die Neuorganisation der Museumsetage im ersten Stock (Lager, Kunstdepot, Bibliothek, Verwaltungsräume) und die Eröffnung und Inbetriebnahme der neuen Räume (Übernahme der Deutschen Künstlerbibliothek und des Nachlasses des Deutschen Künstlervereins, Umzug der Bibliothek in den zweiten Stock). Diese Maßnahmen haben Arbeitskraft und finanzielle Mittel gebunden. Das Veranstaltungsprogramm mußte reduziert, das Museum während der Renovierungsarbeiten zeitweise geschlossen werden. Die Casa di Goethe konnte 2012 dennoch ein qualitätvolles Veranstaltungsprogramm durchführen und sich angesichts ihrer Erweiterung über ein lebhaftes Medieninteresse in Italien und Deutschland freuen.

 

Mehr Platz für Goethe in Rom!

Fünfzehn Jahre nach ihrer Eröffnung konnte die Casa di Goethe am 20. September 2012 eine hiostorische Erweiterung feiern: In Anwesenheit des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann und des italienischen Kulturministers Lorenzo Ornaghi wurden am Morgen die neuen Räume des römischen Goethe-Hauses feierlich eingeweiht und am Abend eine ganz besondere Ausstellung mit noch nie gezeigten italienischen Goethe-Zeichnungen aus den Beständen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet.

 

Die Erweiterung um rund die Hälfte der bisherigen Museumsfläche eröffnet der Casa di Goethe neue Perspektiven: Die Trennung von Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich erleichtert sowohl den Museumsbetrieb wie die Durchführung von Veranstaltungen. Die Seminar- und Bibliotheksräume und der neue Veranstaltungssaal in der zweiten Etage bieten bei verbesserter technischer Grundausstattung auch bei laufendem Museumsbetrieb die Möglichkeit, Seminare, Workshops und museumspädagogische Programme durchzuführen. In den neuen Räumen hat die historische Bibliothek der deutschen Künstler in Rom ein definitives Zuhause gefunden. Und schließlich kann die Casa di Goethe ihr Stipendium-Programm unter verbesserten Bedingungen wiederaufnehmen, weil nun ein eigenes Apartment zur Verfügung steht.

 

Die zahlreichen Gäste aus Italien und Deutschland konnten sich von dem überzeugenden Ergebnis der Umbauarbeiten einen Eindruck verschaffen. Zum Abschluss des Festaktes überreichte der Architekt Alessandro Casadei, dessen hervorragende Arbeit alle Redner hervorgehoben hatten, den Hausherren - dem Vorsitzenden des AsKI, Volkmar Hansen, und der Leiterin der Casa di Goethe, Ursula Bongaerts - symbolisch einen Schlüssel. Anschließend verteilten sich die Gäste in beiden Etagen des Hauses Via del Corso 18, besichtigten die neuen Räume und vorab die Ausstellung mit originalen, bislang noch nie gezeigten Zeichnungen Goethes aus Italien.

 

Diese Ausstellung wurde am Abend bei großem Andrang des römischen Publikums zusammen mit den Kollegen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet. Nicht nur am 20. September feierten die vielen Gäste aus Italien und Deutschland die historische Erweiterung der Casa di Goethe. Auch an den beiden folgenden Wochenenden konnten wir uns über großen Besucherandrang freuen: In der ersten Etage bewunderten die vielen vor allem italienischen Besucher die Goethe-Zeichnungen, die zweite Etage kam mit Lesungen und Hausmusik erstmals zum Einsatz – und funktionierte bestens. Und der AsKI konnte schließlich am Tag nach der Eröffnung seine Vorstandssitzung erstmals in den neuen Räumen des von ihm getragenen Hauses durchführen.

 

Ausstellungen und begleitende Veranstaltungen

Die erste Ausstellung im Jahr 2012 zeigte unter dem Titel „Ein Bild wie ein Gedicht“ Illustrationen von vier Künstlern – Max Liebermann, Ernst Barlach, Hans Meid und Karl Walser – zu Goethe-Gedichten. Alle Exponate stammen aus der Sammlung der Casa di Goethe. Die Ausstellung wurde in ähnlicher Form bereits im Jahr 2000 gezeigt; der bereits vorliegende Katalog konnte erneut benutzt werden. Zur Eröffnung rezitierten die Schauspieler Massimiliano Vado und Alex Pascoli Goethe-Gedichte.

 

Anlässlich der Erweiterung der Casa di Goethe wurde am 20. September eine hochkarätige Ausstellung mit bisher noch nie gezeigten Originalzeichnungen Goethes von seiner Italienreise eröffnet. Die wertvollen Blätter aus dem Besitz der Klassik Stiftung Weimar – italienische Landschaften, klassizistische Figuren- und Porträtstudien sowie Architekturzeichnungen – waren zuvor mit Sondermitteln des BKM restauriert worden. Sie vermitteln ein neues Bild von Goethe als Zeichner in Italien, wurden in der Vergangenheit doch meist immer die gleichen Motive ausgestellt und publiziert. Kuratiert.wurde die Ausstellung “den ganzen Tag gezeichnet. Die italienischen Zeichnungen Goethes” von Hermann Mildenberger, Leiter der Graphischen Sammlung der Klassik Stiftung Weimar, und seiner Kollegin Margarete Oppel. Zur Eröffnung waren aus Weimar außerdem auch Hellmut Seemann (Präsident) und Wolfgang Holler (Generaldirektor der Museen) angereist.

Um die Blätter anschließend auch in der Dauerausstellung zeigen und die Ausstellung auch an anderen Orten Italiens präsentieren zu können, wurden hochwertige Faksimiles hergestellt. Zur Ausstellung hat die Casa di Goethe einen zweisprachigen Katalog herausgegeben, der in einem einleitenden Teil auch auf die historische Erweiterung der Casa di Goethe eingeht.

 

Lesungen, Vorträge, Seminare

2012 konnte in Kooperation mit zahlreichen italienischen und deutschen Partnern nur ein im Vergleich zu den Vorjahren aufgrund der Bauarbeiten reduziertes Veranstaltungsprogramm in der Casa di Goethe (28 Veranstaltungen) und an anderen Orten Italiens (4 Veranstaltungen) durchgeführt werden (s. anliegende Liste). Die neuen Räume haben sich für ist die Durchführung von Veranstaltungen bestens bewährt.

 

Stipendium

Das Casa di Goethe-Stipendium kann durch die räumliche Erweiterung wieder aufgenommen werden, da nun ein eigenes Apartment für die Unterbringung von Autoren, Publizisten, Übersetzern und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden kann. Als Förderer wurde die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung aus Bremen gewonnen. Eine Satzung für das Stipendium wurde vom AsKI-Vorstand verabschiedet, die erste Ausschreibung erfolgte im September 2012. In die Jury berufen wurden der Soziologe Angelo Bolaffi, emeritierter Professor der Universität La Sapienza in Rom und langjähriger Direktor des Italienischen Kulturinstituts in Berlin, und Dieter Richter, emeritierter Professor für Literaturgeschichte in Bremen und Autor zahlreicher Bücher zur europäischen und besonders italieinschen Kulturgeschichte. Außerdem gehört Susanne Popp als stellvertretende Vorsitzende des AsKI der Jury an. Die erste Jury-Sitzung soll Anfang 2013 stattfinden.

 

Sammlung und Bibliothek

Obwohl der Erwerbungsetat 2012 überwiegend für die Einrichtung der neuen Etage genutzt werden mußte, konnten Sammlung und Bibliothek um bedeutende Exponate erweitert werden.

 

Ein besonderer Glücksfall war es, dass die Casa di Goethe den kulturhistorisch bedeutsamen Altbestand der 1821 gegründeten deutschen (Künstler)bibliotheken übernehmen konnte, der nun Glanzstück der neuen Räume im zweiten Stock ist. Diese historische Bibliothek ist aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte nicht mehr vollständig erhalten, aber gleichwohl als Spiegel der Leseinteressen speziell der Deutschrömer im 19. Jahrhundert ein Zeitdokument ersten Ranges. Die Bestände wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf verschiedene deutsche Institute in Rom verteilt, Anfang der 1980er Jahre aber wieder zusammengeführt und seither – bis auf einen kleinen in der Villa Massimo befindlichen Restbestand - im Deutschen Archäologischen Institut aufbewahrt. In der Casa di Goethe soll die besitzerlose Bibliothek nun im Einverständnis mit allen Direktoren der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Rom und der Deutschen Botschaft sowie mit Billigung des Auswärtigen Amtes und des BKM ihr definitives Domizil finden, erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wissenschaftlich erschlossen werden.

 

Die Bibliotheca Hertziana / Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte hat diese Übergabe zum Anlass genommen, den Nachlass des 1845 in Rom gegründeten Deutschen Künstlervereins, der sich bisher in der Obhut ihres Hauses befand, ebenfalls an das römische Goethe-Museum zu geben und damit das graphische und archivalische Material gleicher Provenienz mit der Bibliothek zusammenzuführen. Die Archivalien - Korrespondenz, Rechnungen, Belege, Verträge, Mitgliedsverzeichnisse, Besucherbücher, die Ausleihregister der Bibliothek und andere Dokumente - erlauben einen einzigartigen Einblick in das Vereinsleben der deutschen Künstler in Rom. Herzstück des insgesamt fast dreihundert Blätter umfassenden graphischen Nachlasses ist ein Album mit gut 140 Porträtzeichnungen von Künstlern, die überwiegend in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Ewigen Stadt gelebt haben. Neben bekannten Namen wie Johann Christian Reinhart, Joseph Anton Koch und Peter Cornelius finden sich hier auch viele unbekannte Maler und Zeichner. Mit diesem bedeutsamen Zuwachs der Sammlung hat die Casa di Goethe ein zweites Standbein – die Sammlung erinnert an Goethes epochemachenden Italienaufenthalt, und sie erinnert an die ungezählten deutschen Künstler in Rom seit Goethes Zeiten, denen in diesem Museum ohnehin von Anfang an ein Forum geboten wurde.

 

Private Schenkungen kamen hinzu: Blätter zur Antikenrezeption aus der Sammlung von Wolfgang von Wangenheim sowie römische Videoarbeiten von Christoph Brech als Schenkung von Michael und Ricarda Matheus. Außerdem konnte eine zeitgenössische Kopie des Goethe-Portraits von Angelika Kauffmann aus Privatbesitz angekauft werden.

 

Das kleine Team der Casa di Goethe hat die mit der Umstrukturierung und dem Umbau verbundenen Aufgaben zusätzlich zum normalen Arbeitspensum mit Bravour gemeistert. Mein gasnz herzlicher Dank geht an Isolde Hendel, Dorothee Hock, Domenico Matilli und Suzanne Mille sowie an die Praktikanten, die uns 2012 unterstützt haben: Alexander Kusnezow, Pia-Doreen Pinkawa, Emilia Oebel, Jill Giljan, Sabrina Schmohl, Anina Pommerenke, Romina Ebenhöch
und Ornella Mignemi.

 

 

Rom, im Mai 2013

Ursula Bongaerts, Leiterin der Casa di Goethe

Die Casa di Goethe im Jahr 2012

 

Die Casa di Goethe, Deutschlands einziges deutsches Museum im Ausland, wurde 1997 in Goethes ehemaliger römischer Wohnung am Corso eröffnet. Träger ist der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. – AsKI in Bonn, ein Zusammenschluss von derzeit 36 rechtlich selbständigen bedeutenden Kultureinrichtungen in der Bundesrepublik. Finanziert wird das Haus vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Mit Unterstützung des Deutschen Bundestages hatte der AsKI 2009 zusätzliche Räume im 2. Stock erwerben können, genau die, in denen von 1973 bis 1982 ein vom Freien Deutschen Hochstift getragenes erstes Goethe-Museum Rom untergebracht war. Im Vordergrund der Arbeit der Casa di Goethe standen im Jahr 2012 der Abschluss der Umbau- und Einrichtungsarbeiten dieser neuen Räumlichkeiten, die Neuorganisation der Museumsetage im ersten Stock (Lager, Kunstdepot, Bibliothek, Verwaltungsräume) und die Eröffnung und Inbetriebnahme der neuen Räume (Übernahme der Deutschen Künstlerbibliothek und des Nachlasses des Deutschen Künstlervereins, Umzug der Bibliothek in den zweiten Stock). Diese Maßnahmen haben Arbeitskraft und finanzielle Mittel gebunden. Das Veranstaltungsprogramm mußte reduziert, das Museum während der Renovierungsarbeiten zeitweise geschlossen werden. Die Casa di Goethe konnte 2012 dennoch ein qualitätvolles Veranstaltungsprogramm durchführen und sich angesichts ihrer Erweiterung über ein lebhaftes Medieninteresse in Italien und Deutschland freuen.

 

Mehr Platz für Goethe in Rom!

Fünfzehn Jahre nach ihrer Eröffnung konnte die Casa di Goethe am 20. September 2012 eine hiostorische Erweiterung feiern: In Anwesenheit des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann und des italienischen Kulturministers Lorenzo Ornaghi wurden am Morgen die neuen Räume des römischen Goethe-Hauses feierlich eingeweiht und am Abend eine ganz besondere Ausstellung mit noch nie gezeigten italienischen Goethe-Zeichnungen aus den Beständen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet.

 

Die Erweiterung um rund die Hälfte der bisherigen Museumsfläche eröffnet der Casa di Goethe neue Perspektiven: Die Trennung von Ausstellungs- und Veranstaltungsbereich erleichtert sowohl den Museumsbetrieb wie die Durchführung von Veranstaltungen. Die Seminar- und Bibliotheksräume und der neue Veranstaltungssaal in der zweiten Etage bieten bei verbesserter technischer Grundausstattung auch bei laufendem Museumsbetrieb die Möglichkeit, Seminare, Workshops und museumspädagogische Programme durchzuführen. In den neuen Räumen hat die historische Bibliothek der deutschen Künstler in Rom ein definitives Zuhause gefunden. Und schließlich kann die Casa di Goethe ihr Stipendium-Programm unter verbesserten Bedingungen wiederaufnehmen, weil nun ein eigenes Apartment zur Verfügung steht.

 

Die zahlreichen Gäste aus Italien und Deutschland konnten sich von dem überzeugenden Ergebnis der Umbauarbeiten einen Eindruck verschaffen. Zum Abschluss des Festaktes überreichte der Architekt Alessandro Casadei, dessen hervorragende Arbeit alle Redner hervorgehoben hatten, den Hausherren - dem Vorsitzenden des AsKI, Volkmar Hansen, und der Leiterin der Casa di Goethe, Ursula Bongaerts - symbolisch einen Schlüssel. Anschließend verteilten sich die Gäste in beiden Etagen des Hauses Via del Corso 18, besichtigten die neuen Räume und vorab die Ausstellung mit originalen, bislang noch nie gezeigten Zeichnungen Goethes aus Italien.

 

Diese Ausstellung wurde am Abend bei großem Andrang des römischen Publikums zusammen mit den Kollegen der Klassik Stiftung Weimar eröffnet. Nicht nur am 20. September feierten die vielen Gäste aus Italien und Deutschland die historische Erweiterung der Casa di Goethe. Auch an den beiden folgenden Wochenenden konnten wir uns über großen Besucherandrang freuen: In der ersten Etage bewunderten die vielen vor allem italienischen Besucher die Goethe-Zeichnungen, die zweite Etage kam mit Lesungen und Hausmusik erstmals zum Einsatz – und funktionierte bestens. Und der AsKI konnte schließlich am Tag nach der Eröffnung seine Vorstandssitzung erstmals in den neuen Räumen des von ihm getragenen Hauses durchführen.

 

Ausstellungen und begleitende Veranstaltungen

Die erste Ausstellung im Jahr 2012 zeigte unter dem Titel „Ein Bild wie ein Gedicht“ Illustrationen von vier Künstlern – Max Liebermann, Ernst Barlach, Hans Meid und Karl Walser – zu Goethe-Gedichten. Alle Exponate stammen aus der Sammlung der Casa di Goethe. Die Ausstellung wurde in ähnlicher Form bereits im Jahr 2000 gezeigt; der bereits vorliegende Katalog konnte erneut benutzt werden. Zur Eröffnung rezitierten die Schauspieler Massimiliano Vado und Alex Pascoli Goethe-Gedichte.

 

Anlässlich der Erweiterung der Casa di Goethe wurde am 20. September eine hochkarätige Ausstellung mit bisher noch nie gezeigten Originalzeichnungen Goethes von seiner Italienreise eröffnet. Die wertvollen Blätter aus dem Besitz der Klassik Stiftung Weimar – italienische Landschaften, klassizistische Figuren- und Porträtstudien sowie Architekturzeichnungen – waren zuvor mit Sondermitteln des BKM restauriert worden. Sie vermitteln ein neues Bild von Goethe als Zeichner in Italien, wurden in der Vergangenheit doch meist immer die gleichen Motive ausgestellt und publiziert. Kuratiert.wurde die Ausstellung “den ganzen Tag gezeichnet. Die italienischen Zeichnungen Goethes” von Hermann Mildenberger, Leiter der Graphischen Sammlung der Klassik Stiftung Weimar, und seiner Kollegin Margarete Oppel. Zur Eröffnung waren aus Weimar außerdem auch Hellmut Seemann (Präsident) und Wolfgang Holler (Generaldirektor der Museen) angereist.

Um die Blätter anschließend auch in der Dauerausstellung zeigen und die Ausstellung auch an anderen Orten Italiens präsentieren zu können, wurden hochwertige Faksimiles hergestellt. Zur Ausstellung hat die Casa di Goethe einen zweisprachigen Katalog herausgegeben, der in einem einleitenden Teil auch auf die historische Erweiterung der Casa di Goethe eingeht.

 

Lesungen, Vorträge, Seminare

2012 konnte in Kooperation mit zahlreichen italienischen und deutschen Partnern nur ein im Vergleich zu den Vorjahren aufgrund der Bauarbeiten reduziertes Veranstaltungsprogramm in der Casa di Goethe (28 Veranstaltungen) und an anderen Orten Italiens (4 Veranstaltungen) durchgeführt werden (s. anliegende Liste). Die neuen Räume haben sich für ist die Durchführung von Veranstaltungen bestens bewährt.

 

Stipendium

Das Casa di Goethe-Stipendium kann durch die räumliche Erweiterung wieder aufgenommen werden, da nun ein eigenes Apartment für die Unterbringung von Autoren, Publizisten, Übersetzern und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden kann. Als Förderer wurde die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung aus Bremen gewonnen. Eine Satzung für das Stipendium wurde vom AsKI-Vorstand verabschiedet, die erste Ausschreibung erfolgte im September 2012. In die Jury berufen wurden der Soziologe Angelo Bolaffi, emeritierter Professor der Universität La Sapienza in Rom und langjähriger Direktor des Italienischen Kulturinstituts in Berlin, und Dieter Richter, emeritierter Professor für Literaturgeschichte in Bremen und Autor zahlreicher Bücher zur europäischen und besonders italieinschen Kulturgeschichte. Außerdem gehört Susanne Popp als stellvertretende Vorsitzende des AsKI der Jury an. Die erste Jury-Sitzung soll Anfang 2013 stattfinden.

 

Sammlung und Bibliothek

Obwohl der Erwerbungsetat 2012 überwiegend für die Einrichtung der neuen Etage genutzt werden mußte, konnten Sammlung und Bibliothek um bedeutende Exponate erweitert werden.

 

Ein besonderer Glücksfall war es, dass die Casa di Goethe den kulturhistorisch bedeutsamen Altbestand der 1821 gegründeten deutschen (Künstler)bibliotheken übernehmen konnte, der nun Glanzstück der neuen Räume im zweiten Stock ist. Diese historische Bibliothek ist aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte nicht mehr vollständig erhalten, aber gleichwohl als Spiegel der Leseinteressen speziell der Deutschrömer im 19. Jahrhundert ein Zeitdokument ersten Ranges. Die Bestände wurden nach dem Zweiten Weltkrieg auf verschiedene deutsche Institute in Rom verteilt, Anfang der 1980er Jahre aber wieder zusammengeführt und seither – bis auf einen kleinen in der Villa Massimo befindlichen Restbestand - im Deutschen Archäologischen Institut aufbewahrt. In der Casa di Goethe soll die besitzerlose Bibliothek nun im Einverständnis mit allen Direktoren der deutschen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen in Rom und der Deutschen Botschaft sowie mit Billigung des Auswärtigen Amtes und des BKM ihr definitives Domizil finden, erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und wissenschaftlich erschlossen werden.

 

Die Bibliotheca Hertziana / Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte hat diese Übergabe zum Anlass genommen, den Nachlass des 1845 in Rom gegründeten Deutschen Künstlervereins, der sich bisher in der Obhut ihres Hauses befand, ebenfalls an das römische Goethe-Museum zu geben und damit das graphische und archivalische Material gleicher Provenienz mit der Bibliothek zusammenzuführen. Die Archivalien - Korrespondenz, Rechnungen, Belege, Verträge, Mitgliedsverzeichnisse, Besucherbücher, die Ausleihregister der Bibliothek und andere Dokumente - erlauben einen einzigartigen Einblick in das Vereinsleben der deutschen Künstler in Rom. Herzstück des insgesamt fast dreihundert Blätter umfassenden graphischen Nachlasses ist ein Album mit gut 140 Porträtzeichnungen von Künstlern, die überwiegend in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der Ewigen Stadt gelebt haben. Neben bekannten Namen wie Johann Christian Reinhart, Joseph Anton Koch und Peter Cornelius finden sich hier auch viele unbekannte Maler und Zeichner. Mit diesem bedeutsamen Zuwachs der Sammlung hat die Casa di Goethe ein zweites Standbein – die Sammlung erinnert an Goethes epochemachenden Italienaufenthalt, und sie erinnert an die ungezählten deutschen Künstler in Rom seit Goethes Zeiten, denen in diesem Museum ohnehin von Anfang an ein Forum geboten wurde.

 

Private Schenkungen kamen hinzu: Blätter zur Antikenrezeption aus der Sammlung von Wolfgang von Wangenheim sowie römische Videoarbeiten von Christoph Brech als Schenkung von Michael und Ricarda Matheus. Außerdem konnte eine zeitgenössische Kopie des Goethe-Portraits von Angelika Kauffmann aus Privatbesitz angekauft werden.

 

 

 

Das kleine Team der Casa di Goethe hat die mit der Umstrukturierung und dem Umbau verbundenen Aufgaben zusätzlich zum normalen Arbeitspensum mit Bravour gemeistert. Mein gasnz herzlicher Dank geht an Isolde Hendel, Dorothee Hock, Domenico Matilli und Suzanne Mille sowie an die Praktikanten, die uns 2012 unterstützt haben: Alexander Kusnezow, Pia-Doreen Pinkawa, Emilia Oebel, Jill Giljan, Sabrina Schmohl, Anina Pommerenke, Romina Ebenhöch
und Ornella Mignemi.

 

 

Rom, im Mai 2013

Ursula Bongaerts, Leiterin der Casa di Goethe

 

Jahresbericht 2013

Tätigkeitsbericht

Die Casa di Goethe im Jahr 2013

 

Am 20. September 2012 hatte die Casa di Goethe eine wichtige Erweiterung gefeiert: In Anwesenheit des Staatsministers für Kultur und Medien Bernd Neumann und des italienischen Kulturministers Lorenzo Ornaghi wurden neue Räume in der oberen Etage des Goethe-Hauses eingeweiht. Mit der Vergrößerung um rund die Hälfte der bisherigen Museumsfläche bieten sich für die Casa di Goethe neue Perspektiven und Möglichkeiten, ihr Programm mit Veranstaltungen, Seminaren und Stipendienprogrammen zu erweitern. Die neuen Räume konnten außerdem die historische Bibliothek des deutschen Künstlervereins in Rom beherbergen, welche nun nach einer wechselvollen Geschichte dort ein festes Zuhause gefunden hat.

Alles versprach also für das Jahr 2013 einen schwungvollen, jedoch etwas ruhigeren und konzentrierteren Blick auf die neuen Arbeitsperspektiven und auf die Museumsarbeit. Und doch gab es ein wichtiges Ereignis für das Jahr 2013, das wieder eine große Veränderung mit sich brachte: der Direktorinnenwechsel.

Ursula Bongaerts gab im Januar 2013 bekannt, dass sie die Casa di Goethe verlassen würde. Das tat sie nach insgesamt 24 Jahren Arbeit für dieses Haus. 8 Jahre hat sie beim Aufbau von der AsKi-Geschäftsstelle in Bonn aus mitgearbeitet, 16 Jahre war sie als Direktorin in Rom tätig, die Erweiterung des Hauses hat sie 2012 zum Abschluss gebracht.

Sie ist auf ihrem eigenen Wunsch nach Deutschland zurückgekehrt, um bei der Kulturstiftung des Bundes zu arbeiten.

Es gab für ihre Verabschiedung mehrere Festakte:

Am 31.5. 2013 fand die offizielle Verabschiedung statt. Es sprachen Staatsminister für Kultur und Medien Bernd Neumann, der Vorsitzende des AsKI Dr. Andrea Fadani , die stellvertretende Vorsitzende Frau Prof. S. Popp und Marino Freschi, Ehrenpräsident der Goethe-Gesellschaft Italien.

Am 6.6.2013 fand in der Casa di Goethe eine „Festa della letteratura e della traduzione“ als Abschlussveranstaltung des Übersetzerworkshops „Un`antologia di Rom-Blicke“ der Universität La Sapienza statt. Grußwort: Dr. Ulrike Horstenkamp ( Geschäftsführerin des AsKi)

Und am 12.6.2013 war die letzte Veranstaltung von Ursula Bongaerts eine Lesung mit Hanns-Josef Ortheil, die zugleich als Auftakt für die Tagung des Italienischen Germanistenverbandes diente.

 

Zu der Nachfolge von Ursula Bongaerts

Ernennung von Dr. Maria Gazzetti als neue Direktorin von der Casa di Goethe ab dem 1. September 2013

Die Stelle für die neue Leitung der Casa di Goethe in Rom wurde im Januar 2013 vom AsKi öffentlich ausgeschrieben. Es gab weit über hundert Bewerbungen, die laut Frau Prof. Dr. Susanne Popp (AsKi) der Vorsitzenden der Findungskommission von sehr hohem Niveau waren, was auch das hohe Ansehen zeigt, das die Casa di Goethe genießt.

Die italienische Literaturwissenschaftlerin Dr. Maria Gazzetti wurde im April 2013 zur neuen Leiterin der Casa di Goethe berufen. Sie geht zurück nach Italien, nachdem sie ihr ganzes bisheriges Berufsleben in Deutschland verbracht hat.

In Viterbo (Italien) geboren und in Rom zur Schule gegangen, hat sie dann in Hamburg studiert und wurde dort in vergleichender Literaturwissenschaft promoviert. Sie leitete von 1995 bis 2010 das Literaturhaus in Frankfurt am Main, ab Dezember 2010 war sie Geschäftsführerin der Stiftung Lyrik-Kabinett in München.

 

Zu ihrer Berufung erklärte Kulturstaatsminister Bernd Neumann im April 2013:

„Wir freuen uns, dass mit Maria Gazzetti eine außerordentlich erfahrene, mit der deutschen wie italienischen Literatur und Kulturszene gleichermaßen vertraute und vernetzte Wissenschaftlerin die Leitung dieser einmaligen Einrichtung in Rom übernehmen wird. In Frankfurt hat sie das dortige Literaturhaus zum glanzvollen Mittelpunkt des literarischen Lebens der Stadt werden lassen, mit dem Lyrik-Kabinett in München hat sie den Kreis der Lyrikfreunde in Deutschland erweitert“. Weiter betonte der Staatsminister: „Mit der Findungskommission bin ich überzeugt, dass Maria Gazzetti die sechzehnjährige überaus erfolgreiche Arbeit von Ursula Bongaerts mit neuen Akzenten fortsetzen wird. In Zeiten, da die wirtschaftlichen Probleme innerhalb der Euro-Zone auch an traditionell sehr guten bilateralen Beziehungen wie denen Deutschlands zu Italien nicht spurlos vorübergehen, ist die Entscheidung für eine Italienerin an der Spitze des Museums, die in Deutschland studiert hat und seit Jahrzehnten hier lebt, auch ein politisches Signal“.

Die neue Leitung konnte im September 2013 ihre Arbeit in der Casa di Goethe aufnehmen.

Maria Gazzetti zu ihrer neuen Aufgabe als Direktorin der Casa di Goethe:

„Der deutsch-italienische Kulturaustausch ist mein Herzensanliegen. Dass ich nun als Italienerin, nach 30 Jahren Arbeit in deutschen Kulturinstitutionen in der Casa di Goethe in Rom arbeiten darf, ist eine Traumaufgabe für mich. Ich folge dabei der Direktorin Ursula Bongaerts, die hier in Rom mit Erfolg gewirkt hat. Die Casa di Goethe wird in Rom unter Fachleuten und Kollegen für das Niveau ihrer Arbeit hoch geschätzt. Auch mit mir werden

Im Mittelpunkt des Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramms neben Goethe und seiner epochemachenden Italienreise die Literatur und Kunst der deutschen Klassik stehen.

Ich möchte in Zukunft die Kontinuität der Arbeit dieses Hauses pflegen, aber auch innerhalb dessen durch einige Verschiebungen und Akzentuierungen, die Institution wachsen lassen, sie noch mehr einem deutsch-italienischen Publikum öffnen. Man sollte die Casa di Goethe als den Ort besuchen, an dem Entdeckungen gemacht werden, über das, was deutsch-italienischen Kulturaustausch sein kann - gestern und heute. Weiterhin die Erinnerung an die Reise von Goethe in Italien pflegend, will ich den Begriff der Italienreise in Kunst und Literatur der Neueren Zeit und von Heute noch tiefer erforschen, die künstlerische deutsch-italienischen Begegnung in den Mittelpunkt stellen, sie anregen. Mit der neuen Reihe “Incontri romani” (römische Begegnungen) sollen regelmäßig ein deutscher und ein italienischer Autor gemeinsam lesen, oder jeweils das Werk des anderen kommentieren, entdecken und /oder übersetzen. Begleitend dazu wird eine neue zweisprachige Buchreihe erscheinen, die denselben Titel “Incontri romani” trägt.

Zur Zeit geht es nicht besonders harmonisch zu im deutsch-italienischen Verhältnis. Daher soll es in der Casa di Goethe auch Platz für kulturpolitische Diskussionen im Veranstaltungsprogramm geben, wie zum Beispiel mit der geplanten Veranstaltung 2014 mit Angelo Bolaffi und Claus Offe zu “Deutsches Herz“. “Deutschland erklären” heißt der Arbeitstitel zu solchen Abenden. Klassisches wird weiterhin seinen Platz behalten, wie bei den für 2014 geplanten Veranstaltungen über Goethe, E.T.A. Hoffmann oder Paul Heyse. Goethe hat den Begriff der Weltliteratur hoch gehalten. Daher wird die Casa di Goethe in Zukunft sich auch oft mit ihren Lesungen der Weltliteraturgattung schlechthin widmen – der Poesie.

Die permanente Ausstellung der Casa di Goethe über Goethes Italienreise soll überarbeitet werden. Das Museums und Ausstellungswesen hat sich in den letzten Jahren durch die neuen Medien und neuen Präsentationsmöglichkeiten rasant entwickelt, wir brauchen dafür aber etwas mehr Zeit.

 

 

Ausstellungen und ausstellungsbegleitende Veranstaltungen

2013 war es dringend notwendig die Klimaanlage in der Museumsetage zu erneuern. Das Ausstellungsprogramm musste entsprechend angepasst werden, da es keine Planungssicherheit wegen der Einbautermine gab. So hätte man z.B. keine angemessene klimatischen Bedingungen für empfindliche Leihgaben zusichern können.

 

Es fanden trotzdem folgende Ausstellungen statt:

  1. Die hochkarätige Ausstellung „Den ganzen Tag gezeichnet“ mit bisher noch nie gezeigten Originalzeichnungen Goethes während seiner Italienreise, welche zur Eröffnung der neuen Räume gezeigt wurde, wurde fortgeführt: allerdings mit hochwertigen Faksimiles.

Dies ist so auch langfristig für Dauerausstellung und Ausstellungen an anderen Orten in Italien gedacht.

Ausstellungsbegleitende Veranstaltungen: Vortrag Petra Maisak (vom Freien Deutschen Hochstift, FaM), Buchvorstellung von J. Ph. Hackerts Briefe (1761-1806) von Claudia Nordhoff(Hgb) und als Finissage eine szenische Lesung von Goethe-Texten.

 

  1. Die Faksimile-Ausstellung „ Den ganzen Tag gezeichnet“ wurde so im Jahre 2013 an vier Orten gezeigt: Venedig, Verona, Bologna und La Spezia.

 

  1. Sehr erfolgreich lief vom Mai bis September 2013 die Fotoausstellung von Christoph Brech mit dem Titel „Roma città scattata. Fotografien und Videoarbeiten“.

 

Ursula Bongarts wollte als letzte Ausstellung, die zugleich die 50. war, einen zeitgenössischen Künstler präsentieren. Gleichzeitig konnte auch eine aktuelle Schenkung von Michael und Ricarda Matheus (Videoarbeiten von Brech für die Sammlung der CdG) vorgestellt werden.

Zur Eröffnung der Ausstellung sprach Arnold Nesselrath, stellv. Direktor der Vatikanischen Sammlung, der mit dem Künstler ein eigens Projekt für den Vatikan plant.

In der Foto-Ausstellung wurden auch zwei kürzere Videoarbeiten von Christoph Brech gezeigt. Es gab auch mehrfach Präsentationen der längeren Video-Arbeiten des Künstlers während der Laufzeit der Ausstellung als Vorprogramm bei Veranstaltungen sowie während des Programms „Open House“ und bei der europäischen Museumsnacht.

Die Ausstellung wurde anschließend im Deutschen Bundestag in Brüssel im Verbindungsbüro bei der Europäischen Union als Kooperation mit der Casa di Goethe gezeigt.

 

  1. Da Maria Gazzetti bis Ende August 2013 noch im Lyrik Kabinett tätig war, gab es nicht genug Zeit, eine neue Herbstausstellung für Rom zu organisieren. So hat sie sich dafür entschieden, Grafik aus der eigenen Sammlung der Casa di Goethe zu zeigen. Unter dem Titel Grillen und Staub. Italienische Landschaften der Goethezeit zeigte die Ausstellung einen zentralen Teil der Bestände der CdG: wertvolle Radierungszyklen mit italienischen Landschaften deutscher Künstler und einige Arbeiten des Römers Carlo Labruzzi. Diese feine Kabinettausstellung ist außerordentlich gelungen, sie wurde auch von bekannten italienischen Kunstkritikern besucht, es gab dazu eine Rezension im „Il Corriere della Sera“ (lokal).

 

Kulturelle Bildung

 

Durch die Inbetriebnahme der zusätzlichen Räumlichkeiten im 2. Stockwerk und dank der Möglichkeit, auch während der Öffnungszeiten des Museums Veranstaltungen durchführen zu können, konnte die Zusammenarbeit mit Universitäten und Schulen intensiviert werden.

So gab es im zweiten Stock im Jahre 2013 mehrere Treffen und Tagungen:

- Zum Rombild als Gegenstand deutschsprachiger Autoren. Der Anlass war der 40 Jahre zurückliegende Rom-Aufenthalt von Rolf Dieter Brinckmann. In Zusammenarbeit mit La Sapienza und dem Goethe-Institut

- Lesung mit Uwe Timm und ein Vortrag di Bella, mit der Universität La Sapienza, dem Goethe-Institut und dem DAAD

- Ein Übersetzerworkshops und ein Fest zum Abschluss (Kooperationspartner, dito)

- Der junge Goethe, Hörspiel und Comic ( mit dem Goethe-Institut und CdG)

- Ein Workshop für DAF-Lehrer

- Ein fast überraschendes großes Publikumsinteresse weckte die Gesprächsreihe mit der Uni La Sapienza: Die deutsche Romantik/ Il romanticismo tedesco ( vier Abende, siehe Veranstaltungsliste)

- Mehrere Schulveranstaltungen

 

Literatur in der Casa di Goethe

Literatur spielte in der CdG immer eine wichtige Rolle (s. Marino Freschi, der in seiner Abschiedsrede für Ursula Bongarts von der Casa di Goethe als das erste deutsche Literaturhaus im Ausland sprach). Dies wird unter Maria Gazzetti weiter ausgebaut.

In der Casa di Goethe fanden auch 2013 zahlreiche Lesungen statt: Es lasen im Frühjahr u.a. Mario Fortunato, Maria Cecilia Barbetta und Sibylle Lewitscharoff bei der Vorstellung der Literaturstipendiaten der Villa Massimo 2013, Hanns-Josef Ortheil und Uwe Timm.

Zum Einstand von Maria Gazzetti am 5. November2013 sprachen Horst Claussen, Leiter Referat K 21 beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und Dr. Andrea Fadani Vorstandsvorsitzender des Aski. Maria Gazzetti hat für Ihren Einstand im November mit einer neuen Reihe begonnen: „Incontri Romani“, bei der italienische und deutsche Dichter zusammen auf dem Podium lesen.

So trafen sich am 5. November bei ihrem Einstand Jan Wagner und Roberto Zapperi, am 28. November Durs Grünbein und Valerio Magrelli. Gazzetti stellte außerdem (Moderation und Übersetzung) am 11. November die italienische Übersetzung von Lewitscharoffs Romans „Blumenberg“ vor.

Aber auch Wieland, Goethe, Paul Heyse, Jean Paul, Karl Philipp Moritz und Hebbel wurden Leseabende gewidmet.

Die Gesprächsreihe Büchneriana (mit der Universität Rom zusammen) konnte im Büchner-Jahr 2013 die intensive Beschäftigung von italienischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Sparten wie Musik, Kunstgeschichte, Politikwissenschaft mit dem Werk Büchners beleuchten (siehe Veranstaltungsliste).

Mit der Happy Hour bei Goethe! Deutschrömischer Aperitf (In Zusammenarbeit mit dem Verein Deutsche in Rom/Treffpunkt 1 Mal im Monat verbunden mit dem Besuch der Wechselausstellung mit Eintritt) hat Dorothee Hock die Gruppe der Deutschrömer stärker ans Haus binden können. Die Treffen finden jetzt ab September 2013 in unregelmäßiger Reihenfolge statt und in Verbindung mit einer Veranstaltung.

 

Die Casa di Goethe hat auch bei folgenden Events der Stadt Rom teilgenommen:

Open House ( 4.-5. Mai 2013, freier Eintritt)

Europäische Museumsnacht ( 18. Mai 2013, mit Dauer-und Wechselausstellung und Filmvorführung, freier Eintritt)

 

Die Casa di Goethe als ein Ort der italienischen (und deutschen) Germanistik

 

Die bewährte Zusammenarbeit mit der Goethe-Gesellschaft, Italien, dem Istituto Italiano di Studi Germanici und den Universitäten (vor allem den römischen) wurde auch unter der neuen Leitung erfolgreich fortgesetzt.

Zusammen mit dem Istituto Italiano di Studi Germanici , dem DAAD, der Deutschen Botschaft, dem Forum Austriaco, der Universitäten Rom, Verona, Salzburg und dem Art Forum Würth gab es im September 2013 zwei Tage lang eine internationale Tagung zu:

Ingeborg Bachmann: Konstellationen, Korrespondenzen, Kontexte: Neue Perspektiven der Forschung zum Werk von Ingeborg Bachmann. Der erste Tag hat in der Villa Sciarra, der zweite in den oberen Räumen der Casa di Goethe stattgefunden.

Ebenso in den oberen Räumen fand Anfang Dezember zwei Tage lang die deutsch-italienische Tagung statt: 1914: Krieg und Literatur (deutsch/italienisch), Kurator: Marino Freschi

So bewährt es sich ganz besonders, wie bereits ausdrücklich erwähnt, dass man solche Veranstaltungen und Kooperationen durchführen kann, ohne den Museumsbetrieb in der ersten Etage zu beeinträchtigen.

 

Die Casa di Goethe als ein Schaufenster des AsKI

Mit der Gesellschaft für deutsche Sprache, Zweigverein Rom, gab es einen Vortrag mit Prof. Uwe Pörksen, Erkenntnis und Sprache in Goethes Naturwissenschaft

In Kooperation mit der SWK fanden die Ausstellung Goethe-Zeichnungen und zwei Vorträge statt.

 

Stipendienprogramm 2013/2014

Das Stipendienprogramm konnte nach der Behebung der Platzprobleme wieder aufgenommen werden - dank der Förderung der Karin und Uwe Hollweg Stiftung. Im Februar 2013 fand die erste Jurysitzung statt. Jury-Mitglieder sind: Prof. Dr. Angelo Bolaffi, Prof. Dr. Dieter Richter, Prof. Dr. Susanne Popp. Die Stipendiaten erhalten neben dem freien Wohnen 1.500 Euro pro Monat.

Aus 65 Bewerbungen hat Frau Dr. Ulrike Horstenkamp, Geschäftsführerin des AsKi in Bonn, eine Vorauswahl getroffen. Dank Ihrer ausgezeichneten Vorbereitung konnte die Jury bei der ersten Sitzung in Rom am 1. Februar 2013 gut und zügig arbeiten und folgende sieben Stipendiaten für die Jahre 2013-2014 auswählen:

  1. Nora Bossong, Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin. Rechercheprojekt für Roman über einen deutschen Wissenschaftler, der in Rom über Antonio Gramsci forscht. 3 Monate
  1. Christina Höfferer, Radio und Reisejournalistin aus Österreich. Projekt „Ein Haus für Ingeborg Bachmann“, 2 Monate
  1. Christine Künzel, Privatdozentin. Rechercheprojekt über Gisela Elsner in Rom 1965. 2. Monate
  1. Kadi Polli, Kunsthistorikerin aus Litauen, Forschungsprojekt über baltische Künstler des 19. Jhs in Rom, 2 Monate
  1. Stella Tinbergen, Recherchen zu Kurzfilm über den expressionistischen Tänzer Alexander Sacharoff, 3 Monate
  1. Thomas Wolff, Autor und Komponist. Projekt Audio-CD für Kinder über Goethes Italienreise, 6 Wochen
  1. Stephan Kammer, Germanist. Projekt „Rom, Steine. Antiquarische und idealistische Antike im ausgehenden 18. Jh., 2 Monate

 

Mit Christina Höfferer fand auch eine Vorstellung ihrer Arbeitsergebnisse in Form eines Kurzvortrags in der Casa di Goethe statt. Bis Juni 2014 werden auch Nora Bossong, Stella Tinbergen und Christine Künzel ihr Stipendium in Rom angetreten haben.

 

 

 

Bibliothek und Sammlung

 

Für die neue Leitung steht sofort eine wichtige Aufgabe an: sich um die ehemalige Bibliothek des deutschen Künstlervereins in Rom zu kümmern, die sich seit September 2012 in der Casa di Goethe befindet. Hervorgegangen aus der 1821 gegründeten Bibliothek der Deutschen auf dem Kapitol, ist die Bibliothek ein zentrales Dokument für das intellektuelle Leben der deutschen Kolonie in Rom und in wissens- und kunstgeschichtlicher Perspektive von allerhöchstem Interesse. Von ihm lassen sich weitgehende Aufschlüsse über das Lektüreverhalten der deutschen Künstler in Rom, die Organisation des intellektuellen Lebens innerhalb der deutschen Künstlerrepublik sowie den philosophischen und theoretischen Ideentransfer erwarten. Aus der Auswahl der Bücher für die Bibliothek lassen sich weitgehende Schlussfolgerungen über das Künstlerwissen der Zeit, den Lektürekanon und die Rezeption ästhetischer, poetischer, politischer, religiöser, sozialer Ideen in Rom beschreiben. Dies war bisher kaum in dieser Form möglich. Für eine Rekonstruktion der zentralen Debatten des 19. Jahrhunderts bietet die Bibliothek einen unschätzbaren Quellenfundus.

Ich habe mit Prof. Tiemann von der Universität Göttingen Kontakt aufgenommen und wir erarbeiteten von September bis Dezember 2013 einen Antrag an die DFG für die Erschließung dieser Bestände. Ein Katalog und eine historisch-dokumentarische und wissensgeschichtliche Aufarbeitung mit einer anschließenden Ausstellung ist das Ziel des Projekts. Den Antrag stellt die Universität Göttingen, weil dies für die Casa di Goethe als nicht wissenschaftliche Institution nicht möglich ist. Das Haus fungiert beim Antragsteller als die dabei beteiligte Institution.

Bis spätestens Mitte 2014 hoffen wir auf eine positive Antwort von der DFG. Danach könnte ein wissenschaftlicher Mitarbeiter ab September 2014 in den oberen Räumen mit der Arbeit beginnen. Geschätzte Zeitdauer der Katalogisierung: 1 ½ Jahre.

 

Sammlung

Wegen des Umbaus im oberen Geschoss hatte Ursula Bongaerts im Jahr 2013 weniger für Ankäufe für die eigene Sammlung getätigt. Erworben wurde ein Ölportrait von Josef von Kopf (Präsident des deutschen Künstlervereins ), außerdem gab es kleinere Schenkungen wie Radierungen und Kunstbücher.

Im November 2013 konnte die Sammlung aber um ein bedeutendes Exponat erweitert werden. Tischbein zeichnete in seiner norddeutschen Zeit wiederholt Landschaften. Die südliche Reminiszenzen spiegeln“, schreibt der Tischbein-Forscher Prof. Hermann Mildenberger von der Stiftung Weimarer Klassik in seinem Gutachten zu einem Aquarell des Künstlers, das die Casa di Goethe im November 2013 auf den Herbstauktionen der Villa Grisebach in Berlin ersteigern konnte. Es handelt sich um das Blatt: J. W. Tischbein, Ideal Landschaft (um 1824). Es ist erfreulich, dass dieses „norddeutsche Blatt“ mit südlichen Reminiszenzen nun in der Via del Corso 18, gleich in dem römischen Atelier von Tischbein seine Bleibe gefunden hat.

Die Dauerleihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung München Samuel Bellin ( 1799-1893), Rom-Panorama von der Casa Claudia“ bei Piazza Trinità dei Monti, Bleistift auf Kohle und fünf zusammengesetzte Bögen, 35X230cm (Blattgröße) 55x240cm (gerahmt), ist seit Ende des Jahres wieder in der Dauerausstellung zu sehen.

 

Publikationen

  1. 2013 erschien die Broschüre von Dorothee Hock (Presse und Öffentlichkeit, Casa di Goethe) über die Geschichte des Hauses an Via del Corso. Die Broschüre mit dem Titel: Eine Adresse mit Geschichte. Rom, Via del Corso 18, (Separate dt. und ital. Ausgabe) bietet eine informative und gut recherchierte Darstellung der Geschichte des Gebäudes - über die Goethezeit hinaus - und wurde in der italienischen Presse (lokal) positiv besprochen. Die Veröffentlichung wurde in einer Veranstaltung der Casa di Goethe vorgestellt.
  1. Im Oktober 2013 hat Maria Gazzetti ein Heft zur Verabschiedung von Ursula Bongaerts herausgegeben , Commiato da Roma , (deutsch/Ital.).
  1. In der Reihe Incontri Romani 1 ist im November 2013 der Band 1 erschienen: Durs Grünbein, Reimereien in Weimar, Rimucce a Weimar“ , Hrg. von Maria Gazzetti (deutsch/ital., Roma 2013)

 

Umbauten

 

Der Einbau der neuen Klimaanlage, der im Juli hätte fertig werden sollen, konnte erst im Dezember 2013 erfolgreich abgeschlossen werden. Das Museum musste dafür für kurze Zeit im Juli geschlossen werden.

Im Foyer wurde im Herbst ein neuer Empfangsbereich mit einer Bookshop-Ecke (neben dem Museumsshop) eingerichtet. Dadurch sind die in der Casa di Goethe zu erwerbenden Kataloge und Bücher besser sichtbar. Dafür sind Besucher und auch einige Römer und Deutsch-Römer umso dankbarer, da die traditionsreiche deutsche Herder Buchhandlung in Rom seit 2012 geschlossen ist.

An den Fenstern wurden Ende November Lichtschutzfolien angebracht, um die ausgestellte Grafik besser vor dem Tageslicht /UV-Strahlen zu schützen.

 

Dank

Ich konnte in den ersten Monaten in Rom gleich erfahren, dass die Casa di Goethe in der Stadt unter Fachleuten und Kollegen für das Niveau ihrer Arbeit sehr geschätzt wird. Das ist der Verdienst von Frau Ursula Bongaerts gewesen sowie auch des engagierten Teams, mit dem ich mich freue, weiter zusammen arbeiten zu können.

In den Monaten Juni, Juli und August 2013 hat das kleine Team der Casa di Goethe die Interimszeit und den Beginn der Bauarbeiten für die Erneuerung der alten Klimaanlage mit einer unbesetzten Leitung glänzend allein gemeistert. Das Team hat dann auch im September die neue Leitung herzlich, engagiert und offen aufgenommen. Dorothee Hock hat darüber hinaus die Stellvertretung der Direktion übernommen und in Absprachen mit dem AsKi-Vorstand und der zukünftigen Leiterin, die bis Ende August 2013 noch in München bei der Stiftung Lyrik Kabinett tätig war, das Alltagsgeschäft geführt. Maria Gazzetti konnte in enger Zusammenarbeit mit Dorothee Hock von München aus reibungslos das Programm für September-Dezember 2013 und die Ausstellung „Grilli e Polvere“ vorbereiten.

Die Pressearbeit von Dorothee Hock ist ganz besonders hervorzuheben, die Berichterstattung (deutsche, italienische Presse und online-Medien) über die Casa di Goethe ist sehr erfreulich.

Dass dieses umfangreiche Programm, das durch die Erweiterung der Räume ebenso mitgewachsen ist, durchgeführt werden konnte, verdankt sich der tatkräftigen, bewährten und engagierten Mitarbeit von Dorothee Hock, Isolde Hendel und Domenico Matilli. Ein ganz besonderer Dank geht an Ornella Mignemi (Empfang), an Susanne Mille und Alessandra Sartori, die abwechselnd den Museumsdient und die Führungen samstags und sonntags übernehmen, wie auch dem Praktikantinnen-Team, das uns 2013 unterstützt hat (Romina Ebenhöch, Renate Voget, Katharina Boas, Karla Koller, Helene Leoni, Viktoria Teske, Maike Cremer, Darja Jesse).

 

Ein besonderer Dank geht auch an die vielen Kooperationspartner (auch hierzu siehe Veranstaltungsliste).

Anlage: Übersicht über alle Veranstaltungen

 

 

 

Rom, im Mai 2014

Dr. Maria Gazzetti, Leiterin der Casa di Goethe

Rapporto annuale 2014

La Dottoressa Maria Gazzetti, da settembre 2013 direttrice di Casa di Goethe, aveva fissato per l’anno 2014 tre obiettivi prioritari:

1) Intensificare il Leitmotiv dei rapporti italo-tedeschi, sia del passato che del presente, nelle attività e nelle esposizioni.

2) Utilizzare di più la lingua italiana, con il fine di attrarre il pubblico romano a Casa di Goethe in misura maggiore che in passato.

3) Realizzare più esposizioni basate sulla collezione del museo, nel frattempo cresciuta in modo ragguardevole, e sviluppare progetti espositivi propri.

Il museo:

In primo luogo occorre ricordare un evento di grande rilievo. Il mese di settembre ha portato un regalo inatteso a Casa di Goethe: il giorno 17 il presidente della fondazione Ike und Berthold Roland , Prof. Berthold Roland con il direttore Oliver Roland ha infatti donato al museo un prezioso dipinto di Johann August Nahl il giovane, che mostra un gruppo di pini e cipressi di fronte a un luminoso cielo azzurro. Il quadro si inserisce perfettamente all’interno della collezione: se da un lato esso viene ad ampliare la serie delle vedute romane – uno dei nuclei tematici del museo -, dall’altro il quadro rappresenta anche un riferimento a Goethe, che Nahl conosceva bene, al punto da assumere il servitore del poeta dopo la sua partenza da Roma. Poco prima della presentazione ufficiale sono venute alla luce importanti novità sul tema del quadro, che in precedenza veniva ritenuto una raffigurazione di Tivoli. Seguendo una segnalazione dell’antiquario Paolo Antonacci, la Dott.ssa Claudia Nordhoff ha effettuato ulteriori ricerche, giungendo a una sorprendente scoperta: il motivo ritrae in realtà un famoso gruppo arboreo del parco della villa Montalto Negroni, a Roma. Questa villa e il suo giardino furono distrutti nel 1862 per lasciar spazio alla costruzione della Stazione Termini, e in tal senso il dipinto rappresenta anche un prezioso documento iconografico, testimonianza di una parte di Roma del XVIII secolo che oggi non esiste più.

In autunno è iniziato il lavoro per elaborare una nuova presentazione della mostra permanente, il cui fulcro è ancora costituito, naturalmente, dalla stanza di Goethe. Qui i visitatori possono oggi osservare, grazie a un’idea della nostra collaboratrice Dorothee Hock, la riproduzione a grandezza naturale di un disegno di Tischbein che rappresenta Goethe che rifà il letto nella sua camera: in tal modo l’arredamento e gli oggetti del poeta, tra cui un baule da viaggio, i suoi libri, le sue antichità e infine il suo grande letto, hanno trovato almeno in effigie il loro posto nella stanza. Le quattro altre stanze della mostra permanente sono state a loro volta dedicate ognuna a un tema specifico: ‘Roma al tempo di Goethe’, ‘I dintorni di Roma e l’Italia del sud’, ‘L’atelier di Tischbein’ e la ‘Stanza Warhol’. In questo contesto vengono presentate anche altre opere della collezione di Casa di Goethe che non erano state esposte in precedenza.

Infine, sempre in autunno, è cominciato il lavoro a un’app di Casa di Goethe, che sarà a disposizione dei visitatori a partire da maggio 2015: testi trilingue, integrati da materiali visivi, forniranno informazioni sugli oggetti esposti nelle cinque stanze. L’app servirà anche come audioguida per i visitatori.

 

Mostre:

Quando a marzo 2014 è terminata l’esposizione Grilli e polvere. Paesaggi italiani dell’epoca di Goethe, Maria Gazzetti ha inaugurato la mostra, da lei stessa ideata, dedicata a Isolde Ohlbaum. Foto 1975-2014. Assieme alla fotografa sono state scelte foto di autori tedeschi e italiani o di altre importanti personalità, come David Bowie in tour a Monaco negli anni ‘70, o di artisti che hanno avuto un ruolo importante in Italia, come ad es. Rainer Werner Fassbinder, Hanna Schygulla, fino a Horst Tappert, che con il suo Ispettore Derrick ha sempre avuto grande successo presso il pubblico televisivo italiano. Una sala era dedicata completamente alla documentazione fotografica della storia dell’internazionale Premio Petrarca per la poesia - fondato da Hubert Burda - le cui leggendarie premiazioni si sono spesso svolte in particolari località italiane. La mostra ha avuto grande risonanza.

A giugno è seguita un’esposizione che può essere definita un esperimento: l’artista berlinese Via Lewandowsky ha presentato Correzioni, una serie di fotografie che raffiguravano le nostre stanze vuote dedicate alle esposizioni temporanee. Cosa conferisce fascino a queste stanze e quali elementi architettonici o oggetti ci danno oggi la certezza che il poeta soggiornò veramente qui? L’osservatore doveva affidarsi alle proprie percezioni sensoriali e alla propria fantasia. Le foto erano accompagnate da testi del poeta Durs Grünbein ruotanti attorno al ‘Fasanentraum’, il ‘sogno dei fagiani’ di Goethe, trascritto durante il viaggio in Italia: il poeta sogna di avere una barca piena di fagiani e pavoni, ma non riesce a trovare un attracco per portarli a casa.

L’evento clou del 2014 è stata la grande mostra Collezionare e disegnare. Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff a Roma, realizzata in collaborazione con la Anhaltische Gemäldegalerie di Dessau, aperta da metà settembre a metà novembre nelle stanze di Casa di Goethe. A partire da gennaio 2015 la mostra è stata ospitata a Dessau. Erdmannsdorff, noto soprattutto come architetto del neoclassico Castello di Wörlitz, fu anche attivo come collezionista e pedagogo in ambito artistico: grazie a questa esposizione è stato possibile presentarlo al pubblico romano in tutte le sue attività e sfaccettature. La mostra è stata una vera e propria prima assoluta: mai in precedenza erano state presentate all’estero le vedute di Roma, gli studi e i disegni delle antichità romane che Erdmannsdorff aveva realizzato o acquistato da artisti locali durante i suoi tre soggiorni nella Città eterna, tra il 1765 e il 1790. L’esposizione ha quindi contribuito a far conoscere un nuovo aspetto dello scambio culturale italo-tedesco nel XVIII secolo, incontrando grande interesse sia nella stampa che tra i visitatori.

Prendendo spunto dalla donazione del dipinto di Nahl, Maria Gazzetti ha concepito infine la mostra Il cielo sopra Roma, dedicata al paesaggio romano e inaugurata nel novembre 2014. L’esposizione ha presentato esclusivamente opere di artisti tedeschi tratte dalla collezione del museo, tra cui preziosi dipinti di Jakob Philipp Hackert, Peter Birmann, Franz Kobells, Wilhelm Tischbein e Joseph Anton Koch. L’esposizione, curata scientificamente da Claudia Nordhoff, ha mostrato agli spettatori le diverse modalità con cui gli artisti dell’epoca di Goethe hanno raffigurato Roma e i paesaggi circostanti.

I visitatori hanno avuto così la possibilità di approfondire l’importante ruolo dei pittori tedeschi e svizzeri nella vita artistica di Roma, città in cui essi vissero diversi anni, a volte addirittura fino alla morte.

 

Manifestazioni collaterali alle esposizioni:

In concomitanza con la mostra Collezionare e disegnare. Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff a Roma si sono svolte le seguenti manifestazioni Conferenza di Norbert Michels, direttore della Anhaltische Gemäldegalerie di Dessau, sulla ‘Società calcografica’ del principe

Leopoldo III Federico Francesco di Anhalt Dessau (in collaborazione con la Bibliotheca Hertziana).

Visita guidata al museo e tour per la città di Roma con Karen Buttler: Quale città, o Roma può fino ad oggi paragonarsi a te? Sulle orme dell`architetto Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff a Roma.

Per tutte le esposizioni di Casa di Goethe sono state offerte speciali visite guidate.

 

Letteratura a Casa di Goethe

In generale, inel 2014 il programma di letture a Casa di Goethe è stato ampliato e arricchito di nuovi aspetti. Maria Gazzetti ha fondato la nuova serie di letture degli Incontri romani, che sono stati affiancati di volta in volta da una pubblicazione bilingue italo-tedeesca. In questo contesto, il 22 gennaio è stato presentato il volume di Martin Mittelmeier Adorno in Neapel. Wie sich eine Sehnsuchtslandschaft in Philosophie verwandelt. Per questa lettura, e per la pubblicazione che la accompagnava, sono state tradotte in italiano 50 pagine del suo libro.

Particolarmente avvincente e informativo è stato l’‘incontro letterario’ tra Paul Heyse e il poeta dialettale romano Gioacchino Belli. Walter Hettche (Ludwig-Maximilian-Universität, Monaco) ha tenuto una conferenza su Il re, il papa e Belli. Il soggiorno romano di Paul Heyse del 1877/78 e le sue conseguenze letterarie. Il fatto che Paul Heyse, durante il suo soggiorno romano, avesse vissuto proprio nella casa in Via del Corso 18 ha dato alla conferenza un fascino particolare. Inoltre, lo scrittore italiano Mario Fortunato ha presentato il suo libro su Berlino (Le voci di Berlino) e infine, secondo una tradizione ormai consolidata, a fine aprile sono stati presentati a Casa di Goethe i nuovi borsisti di Villa Massimo (nel 2014: Oswald Egger e Martin Mosebach).

Ulteriori eventi di rilievo sono state le letture di poeti tedeschi e italiani. Alle manifestazioni hanno partecipato Christine Koschel e Harald Hartung, Durs Grünbein, Patrizia Cavalli e Jan Wagner. Michael Krüger ha presentato assieme al poeta Federico Italiano, che vive a Monaco, e al critico letterario Paolo Febbraro, da Roma, la Anthologie italienischer Lyrik der Gegenwart.

Oltre alle letture poetiche sono stati organizzate presentazioni di volumi su temi politici e questioni attuali dei rapporti italo-tedeschi. Sono intervenuti i seguenti autori: Angelo Bolaffi (Cuore tedesco. Il modello Germania, l’Italia e la crisi europea), Maike Albath (Rom. Träume. Moravia, Pasolini, Gadda und die Zeit der Dolce Vita, con la presenza della giornalista Vanna Vannuccini), Jürgen Trabant (Globalesisch oder was? Ein Plädoyer für Europas Sprachen) e Paola Sorge (Kabarett! Satira, politica e cultura tedesca in scena dal 1901 al 1967). Claus Offe della Hertie School of Governance di Berlino e Angelo Bolaffi hanno dibattuto sulla Germania e sull’Europa.

Un’altra serie di letture è stata infine dedicata alla germanistica italiana, in cui hanno avuto ampio spazio gli studi su Goethe. Hanno preso parte alle letture: Luigi Reitani (edizione del Carnevale Romano), Gabriella Catalano (Goethe, una biografia), Fabrizio Cambi (su Vittorio Santoli traduttore e commentatore del Faust I) e Roberto Zapperi (Eros a Venezia. Gli epigrammi veneziani di Goethe). Inoltre sono stati presentati: la traduzione italiana dei Nachtstücke (I notturni) di E.T.A. Hoffmann, il Lessico mitologico goethiano (a cura di Michele Cometa e Valentina Mignano) e infine con Giovanna Targia, specialista di Aby Warburg, una nuova traduzione della Morphologie (Morfologia) di Goethe.

Le letture sono state spesso organizzate in collaborazione con università o altri istituti italiani o internazionali.

Casa di Goethe come luogo della germanistica italiana e tedesca

Come si può evincere da tutto il programma di manifestazioni di Casa di Goethe, è stata proseguita con successo la collaudata collaborazione con le università (soprattutto con quelle di Roma). A gennaio 2014 è stata conclusa la serie di conferenze Büchneriana con l’intervento di Claudio Zambianchi (Università La Sapienza, Roma). A maggio si è tenuto un simposio, in collaborazione con l’Università La Sapienza e il Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD), che aveva come tema la traduzione delle opere del poeta Durs Grünbein: Durs Grünbein in traduzione. Due casi di studio: inglese e italiano. In questa manifestazione erano rappresentate anche le università di Bologna e di Oxford. Casa di Goethe ha inoltre cooperato con l’Istituto Italiano di Studi Germanici, l’Ambasciata tedesca, il Forum Austriaco e Villa Massimo.

Formazione culturale

 

Sono state effettuate numerose visite guidate per le scuole, sia in lingua tedesca che italiana. In cooperazione con il Goethe Institut di Roma hanno avuto luogo, nel foyer e nell’auditorium dell’istituto, la presentazione di un libro (Perché Piero Terracina ha rotto il suo silenzio) e un’esposizione fotografica in occasione del Giorno della memoria.

Manifestazioni in collaborazione con il comune di Roma:

Casa di Goethe ha partecipato ai seguenti eventi e manifestazioni straordinarie del comune di Roma: Open House (ingresso libero), Notte dei musei 2014 (ingresso: 1 euro), Trabi goes Goethe (in occasione del 25° anniversario della caduta del muro, ingresso libero), e Musei in musica (ingresso libero).

Attività speciali in cooperazione

In cooperazione con la Anhaltische Gemäldegalerie di Dessau è stata organizzata, con grande successo, la mostra Collezionare e disegnare. Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff a Roma. Dal 12 al 14 settembre 2014 Casa di Goethe ha partecipato con quattro manifestazioni e un proprio stand alla XIII Borsa culturale italo-tedesca a Trapani.

Borse di studio:

Grazie al sostegno della fondazione Karin und Uwe Hollweg è stato possibile portare avanti anche nel 2014 il programma di borse di studio a Casa di Goethe. I membri della giuria sono: Prof. Angelo Bolaffi (Roma), Prof. Dr. Dieter Richter (Brema) e Prof. Dr. Susanne Popp (Karlsruhe). I borsisti ricevono 1500 euro al mese, oltre a una stanza gratuita a disposizione al secondo piano di Casa di Goethe. L’anno trascorso sono stati ospitati i seguenti borsisti:

Nora Bossong, scrittrice e teorica della cultura (dicembre 2013 - gennaio 2014; progetto di romanzo, tra l’altro su Antonio Gramsci).

Stella Tinbergen, cineasta (da febbraio a aprile; film sul ballerino russo Alexander Sakharoff, che dal 1952 visse a Roma ed è sepolto al ‘cimitero acattolico’, ovvero protestante).

Christine Künzel, studiosa e critica di letteratura (da maggio a giugno; progetto sul periodo trascorso da Gisela Elsner a Roma dal 1962 al 1964).

Carla Heussler, storica dell’arte (da settembre a ottobre; progetto sulla presenza a Roma di artisti dalla Germania del sud).

Antje Fey-Jensen, giornalista (da novembre a dicembre; ricerche su Anna Magnani).

Nora Bossong, Stella Tinbergen e Christine Künzel hanno tenuto una conferenza a Casa di Goethe sul tema delle loro ricerche. Carla Heussler sta progettando un lavoro che noi vorremmo pubblicare, su un membro del Deutscher Künstlerverein a Roma.

 

Biblioteca:

Una notizia molto positiva riguarda la biblioteca del Deutscher Künstlerverein. Questa collezione storica di libri, il cui fondo più antico risale al 1821, comprende circa 4.500 volumi che dopo la seconda guerra mondiale si trovavano distribuiti tra diversi istituti tedeschi a Roma. Riuniti nel 2012, i volumi della biblioteca del Deutscher Künstlerverein, assieme a quelli della Bibliotheca Hertziana, ceduti al museo come pure l’archivio del Deutscher Künstlerverein, hanno trovato la loro collocazione definitiva a Casa di Goethe. Questi libri, che rappresentano una fonte di primario interesse per la storia dell’arte tedesco-italiana del XVIII secolo, finora non erano mai stati catalogati o studiati scientificamente.

Per permettere un lavoro del genere, nel 2013 era stato richiesto, assieme al Prof. Michael Thimann (Göttingen) un posto di post-dottorato presso la Deutsche Forschungsgemeinschaft, che è stato accordato a gennaio 2015.

La persona che verrà scelta per questo post-dottorato DFG, della durata di tre anni, si occuperà della catalogazione e dello studio dei volumi della biblioteca. In questo contesto, la stanza finora utilizzata per gli ospiti al secondo piano dovrà essere trasformata in uno studio, in cui troverà la sua destinazione definitiva anche l’archivio del Deutscher Künstlerverein, finora ospitato in un ufficio del museo. In tal modo le stanze del secondo piano acquisiranno la propria identità come ‘Casa del Deutscher Künstlerverein’, venendo a costituire una nuova, importante sezione di Casa di Goethe.

 

La collezione:

Per la collezione del museo sono state effettuate le seguenti acquisizioni:

Eduard Magnus (1799-1871), quattro disegni con vedute della campagna romana, dell’isola di Capri e di Pompei.

Johann Christian Reinhart (1761-1847), sei acqueforti della serie Römische Grabmäler.

Friedrich Eduard Eichens (1804-1877), un disegno con un ritratto di Eduard Daege.

Isolde Ohlbaum (1953 -), TUSCULUM bei Rom, conferimento del Premio Petrarca a Herbert Achternbusch, Tusculum 1977.

Via Lewandowsky (1963 -), due fotografie, Das Fenster im Goethezimmer (2014) e Perspektive (2014). Questa seconda fotografia è esposta nell’atelier di Tischbein e conferisce alla stanza una ulteriore dimensione architettonica, a cui gli spettatori reagiscono con curiosità e interesse.

A partire da giugno 2014 Claudia Nordhoff si sta occupando della redazione di un catalogo della collezione dei dipinti, disegni e opere grafiche di Casa di Goethe. Questo catalogo uscirà verosimilmente nel 2016, in occasione del 230° anniversario dell’arrivo di Goethe a Roma.

Pubblicazioni:

A gennaio 2014 è apparso il secondo volume della collana Incontri romani: Martin Mittelmeier, Adorno a Napoli. Con un saggio di Alfred Sohn-Rethel. Das Ideal des Kaputten. Über neapolitanische Technik / L`ideale del rotto. Sulla tecnica a Napoli.

A settembre 2014 è apparso, in cooperazione tra Casa di Goethe, Roma, e la Anhaltische Gemäldegalerie di Dessau, il catalogo dell’esposizione Collezionare e disegnare. Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff a Roma. (ted./it.) Petersberg 2014.

A dicembre 2014 è stata pubblicata in tedesco la seconda edizione ampliata del volume della nostra collaboratrice Dorothee Hock Via del Corso 18, Roma – Eine Adresse mit Geschichte. - in italiano è acquistabile nel museo la prima edizione.

Ringraziamento:

La realizzazione di questo vasto programma è stata possibile grazie alla collaudata e alacre collaborazione in particolare di Dorothee Hock assieme a Domenico Matilli e Gabriele Gioni. Ringrazio anche Isolde Hendel, nonché Susanne Mille e Alessandra Segatori, che si sono occupate a turno e con grande impegno dei servizi al museo, e delle visite guidate sabato e domenica. Un ulteriore grazie va a Claudia Nordhoff, che sulla scia del suo lavoro al catalogo della collezione di Casa di Goethe mi ha aiutato a familiarizzare con i tesori artistici del museo, offrendo anche preziosi consigli tecnici per la riorganizzazione delle stanze del museo.

Un ultimo grazie va infine anche ai molti partner con cui abbiamo collaborato (si veda l’elenco delle manifestazioni).

Lista degli eventi

Jahresbericht | Relazione annuale 2015

Relazione annuale 2015
di Maria Gazzetti

Museo:

Anche quest’anno, grazie a una generosa donazione, Casa di Goethe ha avuto la fortuna di acquisire un dipinto importante. Il mecenate Dr. Wilhelm Winterstein, di Monaco, ha infatti reso possibile l’acquisto del quadro Sera sotto i pini (Abend unter Pinien) di Ferdinand Bellermann (1814-1889), che raffigura la veduta di un boschetto di pini nel parco romano di Villa Doria Pamphili. Bellermann, che fece assieme ad Alexander von Humboldt un viaggio di esplorazione in Venezuela, è noto oggi soprattutto per i suoi quadri di paesaggi sudamericani; tuttavia, nell’arco della sua lunga attività, egli si recò anche in Italia. Nel novembre del 1853 il pittore riferì, in una lettera a sua moglie Friederike, di aver visitato il grande parco di Villa Doria Pamphili: qui furono presumibilmente realizzati gli studi preparatori al nostro dipinto, che Bellermann presentò poi nel 1862 all’esposizione dell’Accademia di Berlino. Il quadro può essere definito un ‘ritratto di alberi’, genere che fu reso popolare a Roma verso la fine del XVIIII secolo dal pittore di paesaggi Jakob Philipp Hackert. Il dipinto di Bellermann viene così ad affiancare altri lavori simili, già facenti parte della collezione di Casa di Goethe: opere di Hackert, del pittore svizzero Peter Birmann e di Johann August Nahl il giovane, originario di Kassel. Assieme alla veduta di un gruppo di alberi nel parco romano di Villa Montalto Negroni, realizzato da Nahl e ceduto al museo nel 2014 dalla fondazione Ike e Berthold Roland, il dipinto di Bellermann costituisce oggi uno dei pezzi più interessanti della stanza con le vedute romane al tempo di Goethe.

A partire da maggio del 2015 il museo ha potuto mettere a disposizione dei visitatori una app di Casa di Goethe: adesso è possibile avere informazioni in lingua tedesca, italiana e inglese su opere scelte della collezione, integrate da materiale visivo. La app funge così anche da audioguida.

A febbraio, al team dei collaboratori di Casa di Goethe si è aggiunta Claudia Nordhoff, che si occupa della cura storico-artistica della collezione e dei contatti con i colleghi storici dell’arte.

Esposizioni:

Il 13 febbraio è stata inaugurata la mostra Mario e il Mago. Thomas Mann e Luchino Visconti raccontano l’Italia fascista, a cura di Elisabeth Galvan, realizzata grazie alla collaborazione con il Buddenbrookhaus di Lubecca, l’archivo Thomas Mann di Zurigo, l’Università di Napoli l’Orientale, la Thomas Mann-Gesellschaft (con sede a Lubecca) e l’Associazione Italiana di Studi Manniani (AISMANN). In quattro distinte sezioni è stato puntato l’obiettivo sulla genesi, il retroterra politico e la ricezione italiana della famosa novella di Thomas Mann. Particolare importanza ha avuto, in questo contesto, l’‘azione coreografica’ messa in scena da Visconti nel 1956 alla Scala di Milano con musica di Franco Mannino: per la prima volta è stato possibile vedere i bozzetti di scenografie e costumi realizzati da Lila de Nobili per questo spettacolo eccezionale. L’obiettivo dell’esposizione era quello di far conoscere meglio al pubblico italiano il lucido racconto di Thomas Mann sull’Italia degli anni Venti del XX secolo: la eco positiva che la mostra ha ricevuto sia nella stampa che tra i visitatori dimostra che l’obiettivo è stato raggiunto.

In ragione del grande interesse di pubblico, è stata ripresentata da maggio a settembre la mostra Il cielo sopra Roma. Pittori tedeschi e paesaggio italiano, con opere provenienti dal fondo di Casa di Goethe.

Infine, il 24 settembre è stata inaugurata la mostra Lady Hamilton: Eros e Attitüde. Culto della bellezza e antichità classica nell’epoca di Goethe. L’esposizione, realizzata su impulso di Casa di Goethe e curata da Dieter Richter aveva come tema la vita di una delle figure femminili più straordinarie del XVIII secolo. Emma Hamilton, moglie dell’ambasciatore britannico alla corte del Re di Napoli, Sir William Hamilton, creò una sorta di danza espressiva con scene ispirate ai modelli di antiche statue classiche, e che ella stessa definì come ‘Attitüden’. Con tali tableaux vivents Lady Hamilton affascinò non solo i viaggiatori di tutte le nazioni, ma anche un gran numero di artisti che immortalarono Emma nelle pose più diverse. Tra i pittori che più spesso ritrassero Emma Hamilton figurano Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, inquilino principale di Via del Corso 18 e amico intimo di Goethe, e Friedrich Rehberg, che pure conosceva molto bene il poeta tedesco. Anche Goethe stesso ebbe modo di assistere a una performance di Lady Hamilton, che descrisse poi in dettaglio nel proprio diario di viaggio: con tali premesse appariva naturale organizzare un’esposizione dedicata a Lady Hamilton proprio nelle stanze di Casa di Goethe. La mostra, accompagnata da un ricco catalogo, ha riscosso un ottimo successo di pubblico; sia la stampa tedesca che quella italiana hanno mostrato un grande interesse per l’esposizione. La mostra si trasferirà a Wörlitz, dove potrà essere visitata da giugno a settembre 2016.

Manifestazioni collaterali alle esposizioni:

Il 26 marzo ha avuto luogo una giornata di studi sul tema Mario e il mago. La storia e le sue trasposizioni, realizzata in collaborazione con l’Università di Napoli L'Orientale e l’Associazione Italiana di Studi Manniani (AISMANN). Il 18 aprile è seguita una lettura del racconto di Thomas Mann in traduzione italiana, eseguita da Cristian Giammarini e Giorgio Lupano.

Il 26 giugno Casa di Goethe ha realizzato all’Hotel Regina a Forte dei Marmi una lettura scenica del racconto di Thomas Mann Mario e il Mago con Cristian Giammarini e Giorgio Lupano. La serata è stata introdotta da Elisabeth Galvan.

Durante l’estate è stata offerta al pubblico, per la prima volta, una nuova modalità di osservare un’opera: a giugno, luglio e agosto Claudia Nordhoff ha tenuto tre conferenze su singoli lavori esposti nella mostra Il cielo sopra Roma, dando agli spettatori la possibilità di seguire le spiegazioni di fronte alle opere stesse. Già a gennaio era stata effettuata una visita all’esposizione con Lauretta Colonelli, giornalista del «Corriere della sera», che al termine della visita aveva presentato il suo libro Conosci Roma?

A dicembre Michaela Andreozzi e Massimiliano Vado hanno organizzato una lettura scenica dedicata a Lady Hamilton dal titolo: L‘amante del vulcano – Lady Hamilton, epistolari e romanzi.

Per tutte le esposizioni di Casa di Goethe sono state offerte apposite visite guidate.

Letteratura a Casa di Goethe

Anche nel 2015 sono state proposte ai visitatori numerose letture, a volte con la presenza di autori di caratura internazionale. Di particolare rilievo è stato l’incontro con il ‘nipote preferito’ di Thomas Mann, ovvero Frido Mann, che nell’ambito del ciclo incontri romani ha letto estratti dal suo libro An die Musik. Ein autobiographischer Essay e poi ha dialogato con il pubblico. La serata, condotta da Maria Gazzetti, ha riscosso un grande successo di pubblico. Una risonanza ugualmente positiva ha avuto la lettura di Hanns-Josef Ortheil, che ha presentato il suo nuovo lavoro, Rom, Villa Massimo. Roman einer Institution. Infine, il vincitore del Deutscher Buchpreises 2014, Lutz Seiler, ha presentato, davanti a un folto pubblico, il suo romanzo di successo Kruso.

Come già avvenuto nel 2015, sono stati invitati anche poeti tedeschi e italiani a presentare e leggere le proprie opere a Casa di Goethe. Tra questi, Federico Italiano, le cui Memorie d’acqua dolce/Erinnerungen an Süßwasser sono state presentate da Edoardo Albinati, e Anna Maria Carpi con il suo volume Entweder bin ich unsterblich. Il romanziere e poeta, nonché leggendario direttore editoriale dello Hanser-Verlag, Michael Krüger, ha presentato la traduzione italiana del suo ultimo volume di poesie spostare l‘ora.

Anche quest’anno è stato dato ampio spazio a studiosi di Goethe, sia tedeschi che italiani. In una manifestazione organizzata assieme alla Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, lo storico Arnold Esch e lo scrittore Federico Zapperi hanno discusso su Goethe, Humboldt und das Italienbild der Deutschen; ha moderato l’incontro il presidente dell’Accademia, Heinrich Detering. Già a gennaio Arnold Esch aveva presentato, con una conferenza e una lettura, il suo libro Die Lebenswelt des europäischen Spätmittelalters. Kleine Schicksale selbst erzählt in Schreiben an den Papst. Inoltre, lo storico letterario Ulrich Gaier ha tenuto una conferenza sul tema del ‘Faust neoplatonico’, e Gianluca Paolucci (Istituto Italiano di Studi Germanici) ha parlato del suo libro Ritualità massonica nella letteratura della Goethezeit. Paul Kahl, storico della letteratura ha presentato le sue ricerche sul tema della genesi del Goethe-Nationalmuseum a Weimar. Ha moderato la serata Hellmut Th. Seemann, presidente della Klassik Stiftung Weimar.

Come da tradizione, a Casa di Goethe sono stati presentati i borsisti del 2015 di Villa Massimo, ovvero gli scrittrori Eva Menasse e Steffen Popp, che hanno letto passi dalle loro opere.

Nel 2015, in un’Europa segnata dalla crisi, le questioni che riguardavano i rapporti italo-tedeschi, i temi transnazionali o quelli politico-culturali sono stati forse più importanti che mai. In questo contesto Simone Buttazzi e Gabriella di Cagno hanno presentato la loro guida alternativa di Berlino Il mito di Goethe alla rovescia, che intende mostrare agli italiani alcuni squarci nella vita della capitale tedesca. Dieter Borchmaier si è interrogato sulla questione di Goethe e della ‘nostalgia per l’Italia’ dei tedeschi, affrontando il tema della ‘ricerca dell’identità dei tedeschi nell’Altro’ (in collaborazione con Heidelberg Alumni Italien e la Gesellschaft für deutsche Sprache, Zweigverein Roma).

Un contributo molto particolare alla reciproca comprensione italo-tedesca è stato infine offerto dalla conferenza di Dacia Maraini, con tracce autobiografiche, sul Viaggio in Italia di Goethe, che ha riscosso un grande successo di pubblico.

Casa di Goethe come luogo di incontro della germanistica tedesca e italiana:

Anche nel 2015 è proseguita la tradizionale collaborazione con le università italiane, ad esempio con l’Università di Napoli l'Orientale. Inoltre Casa di Goethe ha cooperato con l’Istituto Italiano di Studi Germanici, la Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, il Buddenbrookhaus di Lubecca, il Thomas Mann Archiv di Zurigo, la Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft (sede a Lubecca), Heidelberg Alumni Italien (HAIT) e con l’Associazione Italiana di Studi Manniani AISMANN.

Formazione e didattica culturale:

Nell’estate 2015 l’autore David Maier e il fumettista-illustratore Flix hanno proseguito il lavoro al loro audiolibro e fumetto Der junge Goethe, dedicato al soggiorno goethiano in Italia. Il progetto, finanziato dal Goethe-Institut in cooperazione con Casa di Goethe, si rivolge soprattutto alle classi tedesche in Italia, ma è indicato anche per la formazione di adulti (tedesco come lingua straniera). Il nuovo audiolibro accompagnato dal fumetto uscirà nel 2016. Anche nel 2015 Casa di Goethe è stata visitata da numerose classi sia tedesche che italiane, che hanno fatto la conoscenza del museo grazie a speciali visite guidate. Gruppi di scolari hanno anche approfittato dell’offerta del cosiddetto ‘pacchetto Faust’: guida al museo più introduzione al Faust goethiano, nonché proiezione del film Faust chi? di Marco Maltauro. Infine, hanno visitato Casa di Goethe anche gruppi di studenti universitari assieme ai loro professori, come ad es. quelli della John Cabot University, di Roma.

Manifestazioni organizzate assieme al comune di Roma e con altri partner romani:

Casa di Goethe ha partecipato agli speciali eventi romani: ‘open house’ e ‘Musei in Musica’ (entrambi a ingresso libero). In questa seconda manifestazione la famosa cantante Ada Montellanico, accompagnata da Francesco Diodati alla chitarra, ha presentato il concerto jazz wandering, che è stato accolto con entusiasmo dai 300 spettatori presenti.

Casa di Goethe in manifestazioni dell’Aski:

A ottobre ha avuto luogo a Berlino una giornata organizzata dall’Aski sul tema: Die Deutsche Digitale Bibliothek – Chancen und Risiken, a cui ha partecipato Claudia Nordhoff in qualità di collaboratrice scientifica di Casa di Goethe.

Borse di studio:

Il generoso contributo della fondazione Karin und Uwe Hollweg-Stiftung ha resto possibile anche nel 2015 lo svolgimento del programma di borse di studio di Casa di Goethe. La commissione valutatrice era composta dai seguenti membri: Prof. Angelo Bolaffi (Roma), Prof. Dieter Richter (Brema) e Prof.ssa Susanne Popp (Karlsruhe). I borsisti hanno la possibilità di alloggiare gratuitamente al II piano di Casa di Goethe e ricevono 1500 euro al mese. Nel 2015 erano presenti i seguenti borsisti:

Carola Finkel, musicologa (gennaio-febbraio 2015). Progetto di ricerca su compositori scandinavi e sul ‘Circolo Scandinavo’ a Roma.

Andreas Kloner, esperto di stenografia (marzo-aprile 2015 e probabilmente maggio 2016). Progetto di ricerca sul materiale ancora non visionato riguardo alla presenza dei tedeschi a Roma nel lascito di Friedrich Noack.

Claudia Kayser-Kadereit, musicologa (maggio-giugno 2015). Preparazione di una speciale guida dedicata ai musicisti tedeschi a Roma.

Kerstin Schomburg, fotografa (agosto-ottobre 2015). Ricerca fotografica sui dipinti di paesaggio di Jakob Philipp Hackert.

Martina Sitt, storica dell’arte (novembre-dicembre 2015). Progetto di ricerca per una nuova edizione delle memorie di Johann Heinrich Wilhelm Tischbein.

Carola Finkel e Andreas Kloner hanno già tenuto una conferenza sui loro progetti di ricerca a Casa di Goethe.

 

Biblioteca:

È stato portato avanti con successo il progetto di ricerca che prevede l’analisi sistematica della biblioteca del Deutscher Künstlerverein, ceduta al museo nel 2012. Nell’estate 2015, sotto la direzione degli architetti Livia Comes e Paola del Gallo di Roccagiovine è stata ristrutturata l’ex stanza degli ospiti di Casa di Goethe al II piano del palazzo, e trasformata in un gabinetto del Deutscher Künstlerverein. Ricorrendo all’uso di vetrate è stata creata una struttura estremamente trasparente: in tal modo, all’ingresso della biblioteca e delle stanze per le manifestazioni, al II piano, è possibile oggi gettare direttamente lo sguardo su questa stanza di lavoro, in cui verrà trasferito l’archivio del Künstlerverein. Qui da settembre 2015 lavora lo storico dell’arte Ulf Dingerdissen, grazie a una borsa di studio della Deutsche Forschungsgemeinschaft. Obiettivo del suo lavoro è lo studio della biblioteca del Deutscher Künstlerverein e delle fonti esistenti, nonché la compilazione di un catalogo online. Il progetto, che durerà alcuni anni, si concluderà con una monografia su ‘sapere e letture’ degli artisti a Roma nel XIX secolo, in collaborazione con Michael Thimann dell’università di Gottinga. - Le stanze al secondo piano sono state poi messe a disposizione di alcuni gruppi privati, in seguito ad accordi appositamente presi, per tenere seminari.

 

Collezione:

Per la collezione di Casa di Goethe sono state effettuate le seguenti nuove acquisizioni:

Jakob Philipp Hackert (1737-1807), disegno, Viandante presso Priverno.

Henri Grevedon (1776-1860), da Elisabeth Vigée-Lebrun (1755-1842), incisione, Ritratto di Lady Hamilton come Sibilla.

Heinrich Dreber (1822-1875), dipinto, Paesaggio romano con donne che fanno il bagno.

Ferdinand Bellermann (1814-1889), dipinto, Sera sotto i pini (a Villa Doria Pamphili a Roma)

Anonimo, acquarello, Veduta dell’acquedotto Claudio nella Campagna romana.

Claudia Peill (nata nel 1963), fotografia, sottovetro.

Richard de Saint-Non, tradotto da Johann Heinrich Keerl: (libro, 6 volumi), Neapel und Sizilien. Ein Auszug aus dem großen und kostbaren Werke: Voyage pittoresque de Naples et Sicile, de Mr. De Non, Gotha 1790-1806.

 

Pubblicazioni:

Catalogo esposizione Lady Hamilton. Eros und Attitüde. Schönheitskult und Antikenrezeption in der Goethezeit / Lady Hamilton. Eros e Attitude. Culto della bellezza e antichità classica nell'epoca di Goethe. A cura di Dieter Richter e Uwe Quilitzsch, Petersberg (Michael Imhof Verlag) 2015.

Ringraziamento:

 

La realizzazione di questo ricco e variegato programma non sarebbe stata possibile senza il sostegno costante dei collaboratori di Casa di Goethe: il mio sentito ringraziamento va a Dorothee Hock, Claudia Nordhoff, Pina Middendorf, Domenico Matilli e Gabriele Gioni, che mi sono sempre stati attivamente a fianco. Ringrazio inoltre Susanne Mille e Alessandra Sartori per il servizio al museo e le guide durante il fine settimana. Nel 2015 il museo si è avvalso dell’aiuto dei seguenti stagisti, a cui ugualmente va il mio ringraziamento: Anne Orschiedt, Julia Dieter, Clara Werger, Barbara Miletic, Ronja Primke, Katharina Hermann, Amelie Gerhard e Elena Isabel Schmidt. Vorrei infine ringraziare i tanti partner di Casa di Goethe (si veda la lista delle manifestazioni), che hanno collaborato a rendere possibile la grande offerta culturale del nostro museo.

 

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